Fahrbericht: Mitsubishi Electric Vehicle

Um auch einmal einen Blick auf alternative Antriebe zu werfen, haben wir uns einmal das Electric Vehicle aus dem Hause Mitsubishi angesehen. Das Electric Vehicle (kurz EV) ist das Facelift des Mitsubishi i-Miev. Eigentlich sollte i-Miev für „Mitsubishi integrated Electric Vehicle“ stehen, doch in der deutschen Sprache kann man meinen, dass diese Bezeichnung sich so gar nicht nach sauberer elektrischer Energie anhört.

Im Zuge des Facelifts senkte Mitsubishi gleichzeitig den Basispreis um 5.500 Euro auf 23.790 Euro. Seine baugleichen Brüder (Peugeot iOn und Citroen C-Zero) sind in der Basis ca. 2.000 Euro teurer. Ausstattungshighlights des Electric Vehicle sind die LED-Scheinwerfer und die Sitzheizung. Mitsubishi gibt eine Reichweite von rund 160 Kilometern an. Wichtig ist an dieser Stelle zu wissen, dass diese Reichweite nur unter idealen Bedingungen erreicht werden könnte, d.h. man muss das Fahrzeug zwingend ohne einen elektrischen Verbraucher (Heizung bzw. Klimaanlage oder Radio) fahren.

Das äußerliche Design hat das Electric Vehicle von seinem Bruder Mitsubishi i geerbt. Bei dem Mitsubishi i handelt es sich um ein Fahrzeug mit Verbrenner Motor. Diese Fahrzeuge gehören zum sogenannten Kei-Car Segment. Als Kei-Car werden in Japan Kleinstwagen bezeichnet, die gewisse Vorgaben in Bezug auf Länge, Breite und Hubraum des Motors erfüllen. Die Anschaffung eines Kei-Cars wird in Japan besonders gefördert, weil der Inhaber nicht nur steuerliche Vergünstigungen erhält und auch gleichzeitig von dem Nachweis eines Parkplatzes entbunden wird. Mit einer Fahrzeuglänge von unter 3,50 Meter mag man schnell meinen, dass große Menschen eher schwierig hinter dem Steuer Platz finden könnten. Aber dem kann ich persönlich entgegnen, dass ich mit einer Körpergröße von 2,05 Meter bequem hinter dem Steuer Platz gefunden habe. Sicherlich sollte einem dann klar sein, dass hinter einem dann eigentlich nur Kleinkinder sitzen können. Deswegen würde ich in europäischen Gefilden die Rückbank eher als Platz für Kinder sehen, als für Erwachsene. Im Kofferraum lassen sich 227 Liter verstauen. Das Volumen lässt sich durch Umklappen der Rücksitzbank auf 860 Liter erhöhen.

Wer noch nie ein Elektrofahrzeug bewegt hat, wird direkt überrascht sein, dass das volle Drehmoment direkt beim Start anliegt. Schon beim Ampel-Start geht der Zwerg mit seinen 180 Nm locker in Führung. Im Vergleich zu einem Verbrennermotor wird der Vortrieb nicht durch Schaltpausen gestört. Des Weiteren überrascht die erste Fahrerfahrung in einem Mitsubishi EV mit einer Veränderung des Geräuschempfindens durch fehlen der Motorgeräusche. Man nimmt noch nie so intensiv unterschiedlichen Straßenbeläge war. Zur Erhöhung der Reichweite verfügt das Electric Vehicle über einen zusätzlichen Eco-Modus, in dem nur 18kW Leistung zur Verfügung stehen. Zuerst mag das nicht nach besonders viel klingen, aber wenn man an die kompakten Maße und das geringe Fahrzeuggewicht denkt, mag das durchaus ausreichend sein. Ist der Akku erst einmal leer gefahren, so muss das Electric Vehicle für 7 Stunden an die normale Haushaltssteckdose. Geht man allerdings an einen dreiphasigen Drehstromanschluss so kann das Fahrzeug nach 30 Minuten auf bis zu 80 Prozent aufgeladen werden.

Kommen wir noch einmal zurück auf den Innenraum. Eigentlich kann man die Einrichtung des Innenraums nur als funktional bezeichnen, aber nicht als schön. Im Innenraum wird man von einer tristen Hartplastik-Wüste begrüßt. Die Sitze sind für kürzere Strecken durchaus bequem, aber auf längeren Strecken lässt der Eindruck durchaus nach. Weitere Kritikpunkte gelten eigentlich nicht nur für das Electric Vehicle, sondern eigentlich für alle Elektrofahrzeuge. Aktuell eignet sich die Fahrzeuggruppe eigentlich nur für den städtischen Verkehr auf Grund der geringen Reichweite. Die beworbene Reichweite der Hersteller sind immer ideal Werte, weil nicht nur die Fahrweise und der Verkehr Einfluss auf die Reichweite haben, sondern auch die Witterung. Daher eignen sich Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb eigentlich nur als Erstfahrzeug, wenn man in einem begrenzten Radius unterwegs ist. Darüber hinausgehend bringt diese Fahrzeuggattung nach aktuellem Stand einfach zu viele Einschränkungen mit sich (geringe Verbreitung der Ladestation). Insofern muss jeder für sich entscheiden ob für das eigene Fahrprofil ein Elektroauto das Richtige ist.

Aber kommen wir einmal zurück zum Electric Vehicle. Bei unserem Fahrzeugtest hat uns das Auto als Cityflitzer, auch wegen seinen geringen Ausmaße, durchaus sehr überzeugt hat. In den Kofferraum lässt sich auch durchaus ein größerer Wocheneinkauf oder Gepäck für eine Kurzreise verstauen. Das Fahrzeug ist nach vorne wie nach hinten sehr übersichtlich und lässt sich auch ohne Einparkhilfe in enge Parklücken manövrieren. Zusammenfassend ist das Electric Vehicle durchaus eine Empfehlung und einen Blick Wert.

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