Fahrbericht: Mitsubishi L200

Sind Pickups mehr als nur Lifestyle Fahrzeuge oder richtige Nutzfahrzeuge? Diese Frage besuchen wir mit dem Test des Mitsubishi L200 zu beantworten. Der Mitsubishi L200 gehört zu den Urgesteinen der Pickups und ist schon über 30 Jahren auf dem Markt. Im Jahre 1993 kam der Mitsubhisi L200 zum ersten Mal in Deutschland auf den Markt.  Das von uns getestete Modell ist mittlerweile die 4. Generation, welche seit 2006 auf dem Markt ist.

Der L200 wird in drei verschiedenen Karosserievarianten angeboten. Dazu gehören die Einzelkabine, Club Cab und Doppelkabine. Der Unterschied besteht in Sitzplatzanzahl und Außenabmessungen. Weiterhin ist die Einzelkabine nur in der Basisausstattungslinie erhältlich. Der  aus dem Pajero bekannte Allradantrieb Super Select 4WD ist ebenfalls im L200 verbaut.  Im Motorraum befindet sich ein 2,5 DI-D-Diesel mit 100 kW (136 PS). Die Version mit Leistungssteigerungschip (von Ralliart) DI-D+ leistet 131 kW (178 PS). Als Getriebe steht sowohl ein Automatikgetriebe als auch ein Schaltgetriebe zur Wahl. Als Basismodell stellt der L200 in der Karosserieform Einzelkabine den Einstieg für €24.290 dar.

Mit einer Fahrzeuglänge von bis zu 5,19 Meter  je nach Variante ist der L200 nicht grade kompakt. Allerdings ist das bei einem Fahrzeug dieser Klasse eher nebensächlich. Wichtiger sind bei einem Pickup die Zuladekapazität und die Anhängelast. Die Anhängelast beträgt 2,7 Tonnen und die Zuladung liegt bei einer Tonne. Auf den ersten Blick versprüht der L200 mit seinem äußerlich abgerundeten Design weniger den Flair eines Nutzfahrzeuges eher wie ein PKW. Unter Berücksichtigung der Ladekapazität merkt auch beim Design, dass hier der Ansatz „form follows function“gewählt wurde.

Beim Blick durch den Innenraum, kommt einem vermutlich direkt die Worte „intuitiv“ und spartanisch in den Sinn. Zur Bedienung des L200 ist es nicht notwendig zuerst die Handbücher zu studieren. Man findet sich so auch direkt zurecht. Oberhalb der Kimaeinheit befindet sich ein kleines Multifunktionsdisplay, welches Auskunft über Verbrauch, Uhrzeit, Radioinformationen sowie einen Kompass bereit hält. Unterhalb des Radios befindet sich der Schalthebel für  die 5-Gang-Automatik sowie des zuschaltbaren Allradantriebs “Easy Select 4WD” mit 100% sperrbarem Hinterachsdifferenzial.

Was Mitsubishi für den L200 leider nicht anbietet ist eine Rückfahrkamera oder eine Einparkhilfe. Eins von den beiden Assistenzsystemen ist beim Rückwärtsfahren absolut notwendig, weil der Wagen doch recht unübersichtlich ist. Hat man kein Hardtop auf dem Fahrzeug, so kann man sich doch etwas mit der versenkbaren Heckscheibe behelfen. Bei solch einem Fahrzeugtyp kann man jetzt nicht erwarten, dass das Fahrzeug auch gleichzeitig zum Kurvenjäger der Landstraßen wird. Obwohl die Leistungsdaten auf dem Papier nicht gerade sportliche Ambitionen versprechen, ist der L200 doch nicht grade untermotorisiert für die Autobahn. Innerhalb von 12 Sekunden beschleunigt der Motor (unbeladen) das Fahrzeug auf 100. Der Vortrieb endet erst bei rund 180 km/h. Besonders erfreulich ist auch, dass die Geräuschkulisse auch bei höheren Geschwindigkeiten sich in einem erträglichen Rahmen bewegen.

Hat man auf Grund der Fahrzeugabmessungen doch Sorgen, dass der L200 ein Feind enger Innenstädte sein wird, so beeindruckt doch der Wendekreis von 11,80 Meter. In dieser Fahrzeugklasse ist dies ein überragender Wert und durchaus können wir sagen, dass der Wagen auch für enge Parkhäuser geeignet ist. Durch den permanenten Allradantrieb mit einer Fahrstabilitäts- und Traktionsregelung bekommt man schnell das Lenkung teilweise unpräzise ist, was die Stäuerung erschweren kann. Die Zielgruppe dieses Autos kann diesen Kompromiss jedoch eingehen, denn sie bekommt eine riesige Ladefläche gepaart mit einer geräumigen Fahrgastzelle geboten.

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