Kia Sorento

Zu unserem ersten Fahrbericht haben wir für Sie den Kia Sorento intensiv getestet. Aber warum gerade als erstes ein SUV, wenn doch aktuell anderweitige Themen der Automobilindustrie, wie Elektromobilität oder Senkung des Benzinverbrauchs, in aller Munde sind. Auf Grund dessen könnte man doch meinen, dass sich der SUV-Hype überlebt haben könnte. Bei einem Blick in das Straßenbild wird man sich vom Gegenteil überzeugen können, weil man doch sehr viele SUV unterschiedlicher Klassen sehen wird. Für den Käufer verkörpert ein SUV immer noch das Gefühl von Freiheit, Macht und Sicherheit im Straßenverkehr. Entsprechend dessen haben die Automobilhersteller auf die permanente Nachfrage reagiert und bieten Modelle unterschiedlicher Preisklassen und Größen auf dem Markt an.

Kann der Kia Sorento eine sinnvolle Alternative zu deutschen Premiummodellen sein? Wird der Kia Sorento die Ansprüche und Bedürfnisse, die an einen SUV gestellt werden, erfüllen können? Um diese Fragen beantworten zu können, haben wir das aktuelle Facelift Modell des Kia Sorento näher unter die Lupe genommen.  Dieses Facelift Modell kam zum Modelljahr 2013 (Deutschland-Start: Oktober 2012) auf den Markt. Betrachtet man die umfangreichen und weitreichenden Änderungen am Kia Sorento, so kommt einem der Gedanke, dass man hier nicht mehr von einem Facelift sprechen kann, sondern von einem komplett neuen Modell. Um zu verstehen warum nach nur 4 Jahren solch weitreichende Änderungen in einem Facelift verbaut wurden, sollte man bedenken, dass das Schwestermodell (Hyundai Santa Fe) im Jahre 2009 komplett überarbeitet wurde und diese Neuerungen natürlich an den Kia Sorento weitergereicht werden sollten. Um die bisherigen Käufer des jungen Vorgängermodells nicht zu verschrecken, hat sich Kia bemüht das äußere Design nicht zu sehr zu verändern.

Kia Sorento

Im Innenraum überrascht der Kia Sorento mit einem luftigen Innenraumgefühl. Obwohl dies sicherlich bei einem Fahrzeug in dieser Größenordnung zu erwarten ist, ist es positiv wenn der Kia Sorento genau diese Erwartungen erfüllen kann. Durch die Verwendung von Soft-Touch Oberflächen und aufgeschäumten Kunststoffen beeindruckt der Kia Sorento mit einer sehr hochwertigen Verarbeitung im Innenraum. Alles entspricht europäischem Standard und widerspricht den Erfahrungen von früheren asiatischen Automobilen. Insgesamt verwöhnt der Kia den Fahrer mit einem sehr aufgeräumten und gut verarbeiteten Cockpit. Alle Anzeigen sind klar ablesbar und die Bedienung wirft keine keine Fragen. Bei der Anordnung der Knöpfe im Cockpit fällt nur das Lenkrad negativ ins Auge. Der Hauptteil der Funktionen sind auf der „viertel vor drei Stellung“ am Lenkrad angeordnet und entsprechend während der Fahr leicht und intuitiv zu erreichen. Aber eigentlich die wichtigsten Knöpfe an einem Multifunktionslenkrad (Anruf annehmen und Anruf auflegen) befinden sich am unteren Ende des Lenkrads und erfordern bei der Bedienung entsprechende Aufmerksamkeit.

Kia Sorento

Selbst führ Fahrgäste in der zweiten Reihe ist ausreichend Platz und für eine bequeme Sitzposition ist gesorgt. Als besonderes Extra bietet Kia für den Sorento eine dritte Sitzreihe als Extra um den Transport von bis zu 7 Personen zu ermöglichen.  Unverständlich ist allerdings warum Kia diese Möglichkeit nur in der teuersten Ausstattungslinie anbietet und nicht schon in der günstigen Variante. Bei der Konfiguration mit 5 Sitzen bietet der Sorento im Gepäckabteil genügend Stauraum von 660 Litern. Legt man die Sitzbank um so vergrößert sich das Stauvolumen im Kia Sorento auf 1675 Liter. Unter dem Kofferraumboden überrascht der Kia Sorento mit einem großzügigen Staufach.

Unser Testwagen war der 2,4 Liter GDI AWD Benziner mit 197 PS und 242 Nm Drehmoment. Zusätzlich war in unserem Testwagen das 6-Stufen Automatikgetriebe verbaut. Diese Kombination hinterlässt bei unseren Testfahrten einen recht zwiespältigen Eindruck. Das Automatikgetriebe leistet seine Aufgaben sehr dezent. Die Gangwechsel werden zügig und unauffällig durchgeführt. Im absoluten Gegensatz dazu steht der Motor. Mit den angebotenen 197 PS erscheint  ein solches Fahrzeug mehr als ausreichend motorisiert. Allerdings erscheint dies trügerisch, da das Drehmoment mit 242 Newtonmeter für diese Fahrzeuggröße recht gering ausfällt und auch erst bei 4250 u/min anliegt. Dieser große Nachteil bei dieser Motorisierung führt dazu, dass man bei Überholvorgängen doch recht häufig einen Kick-down machen muss, um überhaupt zügig an einem anderen Fahrzeug vorbei kommen zu können.

Kia Sorento

Neben dem 2,4 Liter Benziner bietet Kia noch einen 2,2 Liter Diesel an. Dieser ist mit dem Benziner identisch motorisiert. Allerdings bietet der Diesel ein wesentlich besseres Drehmoment mit 437 Newtonmeter bei 1800 – 2500 u/min. Ohne das wir den Diesel gefahren sind, erscheint unserer Meinung nach diese Motorisierung für dieses Modell die deutlich bessere Wahl. In der heutigen Zeit erscheint der Benzinverbrauch ein wesentliches Kaufkriterium für Autokäufer zu sein. Der Diesel hat im Vergleich zum Benziner einen um 2,5 Liter niedrigeren Normverbrauch. Der angegebene Normverbrauch des Benziners von 8,9 Litern weicht in der Realität um 20% ab. Bei unseren Testfahrten hatten wir einen Durchschnittsverbrauch von 10,5 Litern.

Denkt man bei Geländewagen in Verbindung mit asiatischer Herkunft schnell an ein schwankendes Schiff. Auf den ersten Kilometern bestätigt sich dieses Vorurteil nicht. Das gut abgestimmte Fahrwerk in Verbindung mit der guten Lenkung und dem sehr guten Automatikgetriebe stellen ein sehr gutes Gesamtpaket dar. Einzig wirkt der 2,4 Liter Benziner im Kia Sorento etwas deplaziert und überflüssig. Der Kia kann ein angenehmes Reisemobil für die Familie oder für den Förster eine Hilfe im Gelände sein.

Kia Sorento

Fazit:

Grundsätzlich sind wir von dem Kia Sorento sehr positiv überrascht. Das Kia Sorento ist ein souveränes Langstreckenfahrzeug mit seinem gut abgestimmten Fahrwerk und den bequemen Sitzen. Nicht nur auf der Autobahn ist der Kia eine gute Wahl, sondern auch für den Förster im Gelände kann es die richtige Wahl sein. Aber wie im Verlauf des Beitrags schon dargestellt, ist die 2,4 Liter Motorisierung für dieses Fahrzeug eindeutig die falsche Wahl. Bei einer solchen Fahrzeuggröße mit dem entsprechenden Fahrzeuggewicht fühlt sich der Motor eindeutig nicht zu Hause und muss meist im hohen Drehzahlbereich bewegt werden um zügig auf der Autobahn voranzukommen. Deswegen sollte man bei diesem Fahrzeug grundsätzlich den Diesel wählen. Für SUV-Fans stellt der Kia eindeutig eine gute Alternative zum deutschen Premiumsegment dar und ist natürlich deutlich günstiger. Nicht zu verachten ist die 7 Jahre Garantie von Kia.

Datenblatt zum Kia Sorento

Motor

Hubraum: 2359 ccm

Maximale Leistung: 192 PS bei 6300 u/min

Maximales Drehmoment: 242 Newtonmeter bei 4250 u/min

Abmessungen

Maße (LxBxH in mm): 4685 x 2220 x 1700

Leergewicht: 1768 – 1874 kg

Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h

Beschleunigung von 0 – 100 km/h: 10,7 Sekunden

Kraftstoffverbrauch kombiniert laut NEFZ: 8,9 Liter

 

 

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