Vergleich HP ElitePad 900 und Dell Latitude 10

Seit einiger Zeit werden Tablets im Businessumfeld immer beliebter. Nun haben wir uns das HP ElitePad 900 und das Dell Latitude 10 mit Windows 8 Pro mal genauer angesehen, beide sind für das Businessumfeld konzipiert. Um genau zu sein, haben wir das HP ElitePad 900 als 32 GB mit UMTS Modul angesehen. Unser Bundle enthielt Expansion Jacket und Dockingstation. Neben dieser Variante sind eine Version ohne 3G/UMTS Modul und eine Version mit 64 GB verfügbar und ist in der günstigsten Variante ab ca. 450,00 € (brutto) zu haben. Das Dell Latitude 10 ist in einer 32 GB und in einer 64 GB Variante mit 3G Modul erhältlich und lässt sich auch mit 128 GB konfigurieren. Neben einer Soft-Touch-Hülle enthielt unser Bundle eine Dockingstation und einen aktiven Stylus von Wacom, alle drei sind als Zubehör ist optional erhältlich. Die günstigste Variante des Dell Tablet hat derzeit einen Onlinepreis ab ca. 530 € (brutto).

Die Testkandidaten Dell Latitude 10 und HP ElitePad 900

Technische Daten (Auszug)

Bezeichnung HP ElitePad 900 3G 32 GB Dell Latitude 10
Displaydiagonale 10,1 Zoll (25,65cm) 10,1 Zoll (25,7cm)
Auflösung 1280 x 800 Pixel (16:10) 1366 x 768 Pixel (16:9)
Prozessor Intel Atom Z2760, 2x 1,8 GHz Intel Atom Z2760, 2x 1,8 GHz
Arbeitsspeicher 2 GB DDR2 2 GB DDR2
interner Speicher 32 GB, 64 GB 32 GB, 64 GB, 128 GB
Grafik Intel GMA Intel GMA
Betriebssystem Windows 8 Pro (32-bit) Windows 8 oder 8 Pro (32-bit)
Anschlüsse Kopfhörer, microSD Cardreader, micro SIM Slot (nur 3G Variante) Kopfhörer, SD Cardreader, USB 2.0 Anschluss, Mini HDMI, micro SIM Slot (nur 3G Variante)
Kommunikation UMTS/HSDPA (nur 3G), WLAN 802.11a/b/g/n, Bluetooth 4.0, NFC UMTS/HSDPA (nur 3G), WLAN 802.11a/b/g/n, Bluetooth 4.0
Kamera Frontkamera 2 MP, Rückkamera 8 MP Frontkamera 2 MP, Rückkamera 8 MP
Gewicht 680g 658g
Abmessungen 261 x 178 x 9,2 mm 274 x 176,6 x 10,5-13,4 mm

Weitere Daten unter hp.com und Dell.com

Hardware

Das ElitePad 900 hinterlässt optisch einen sehr guten Eindruck. Die schwarze Vorderseite ist durch Corning Gorilla Glass 2 geschützt, das silberne Gehäuse besteht aus hochwertigem, mattem Plastik. Die Rückseite wird durch eine große schwarze Abdeckung dominiert. Unter dieser findet sich der NFC Chip, rechts oben findet sich die 8 MP Kamera mit LED-Licht. Auf der von vorne betrachtet linken Seite findet man die Lautstärkewippe. Auf der rechten Seite befindet sich der Schacht für microSD- und die microSIM-Karte. Auf der Unterseite findet sich der Dock-Connector, über den gleichzeitig auch der Tabletakku aufgeladen werden kann. An den äußeren Enden befinden sich die Lautsprecher. Auf der Oberseite befinden sich Power-Knopf, die Stereomikrofone, eine 3,5mm Kopfhörerbuchse und ein Schalter um die automatische Drehung ein- und auszuschalten. Ein USB-Anschluss ist über einen beigelegten Adapter verfügbar. Leider befindet sich der Anschluss dazu an der Unterseite. Auch mit dem Expansion Jacket ist ein Betrieb in der Dockingstation nicht mehr möglich, wenn die USB-Anschlüsse verwendet werden. Hier wäre ein USB-Anschluss an der Seite die bessere Lösung gewesen. Ein GPS Modul ist nicht vorhanden, die Lokalisierung ist jedoch über WLAN und 3G möglich. Der Akku hat eine Kapazität von 25 Wh bei zwei Zellen. Der Akku hielt bei unseren Praxistests bei beiden Geräten einen Arbeitstag stand, wenn das Display heruntergedimmt wurde. Wenn möglich, sollten die Geräte jedoch spätestens abends wieder an die Steckdose.

Auch das Latitude 10 ist optisch sehr gut verarbeitet. Das Gehäuse ist komplett in schwarz gehalten und hat auf der Rückseite eine unauffällige, matte Soft-Touch Oberfläche. Die Ränder sind einem Gummi überzogen und verbessern so den Griff. Uns gefällt besonders, dass der enthaltene 30 Wh Akku austauschbar ist. Neben diesem, ist auch ein 60 Wh Akku mit vier Zellen erhältlich. Dies dürfte vor allem Businessnutzer freuen. Auf der Oberseite befinden sich Power-Knopf, die Stereomikrofone und ein Schalter um die automatische Drehung ein- und auszuschalten. Auf der linken Seite befindet sich die Lautstärkewippe, auf der rechten Seite ein USB 2.0 Anschluss, die 3,5mm Kopfhörerbuchse und ein Mini-HDMI Anschluss. Auf der Unterseite befinden sich der proprietäre Dock-Connector und ein Micro-USB Anschluss. Das optionale Fach für die microSIM befindet sich unter dem Akku. Beide Tablets haben die gleiche Ausstattung und unterscheiden sich durch den Akku und das Seitenverhältnis des Displays.

Beide Tablets haben je eine Front- und eine Rückkamera (2 MP und 8 MP). Wir haben die Kameras für Videochat genutzt, bei Tageslicht bzw. gutem Licht leisten die Kameras ansehnliche Arbeit, bei schlechterem Licht haben insbesondere die vorderen Kameras deutliche Qualitätseinbußen. Wir empfehlen daher die Kameras primär für den Videochat einzusetzen. Die Fotoqualität ist durchschnittlich, für ernsthaftere Zwecke wie z.B. Urlaubsbilder sind diese nicht zu empfehlen, reichen aber für Dokumentationszwecke aus.

Unsere Tablets mit Atom Prozessor ermöglichen in der Regel flüssiges Arbeiten. Bei aufwendigeren Webseiten oder Programmen legen beide Tablets jedoch die eine oder andere Gedenksekunde ein. Einige Windows Tablets mit i-Core sind zwar deutlich schneller, haben in der Regel jedoch eine geringere Akkulaufzeit. Die Leistung liegt in etwa auf Netbook-Niveau und ist daher mit einem ausgewachsenen Desktop bzw. Laptop nicht zu vergleichen. Beim PCMark 7 Benchmark liegt das Latitude mit 1418 Punkten knapp vor dem ElitePad mit 1272 Punkten. In der PCMark Vantage Version liegen beide Tablets in umgekehrter Reihenfolge eng beieinander, das Latitude erreicht 2316 Punkte, während das ElitePad 2347 Punkte erreicht. Beim Geekbench3 erreichte das Latitude 10 einen Score von 430 Punkten (Single-core) bzw. 1099 (Multi-core), das ElitePad erreichte 434 (Single-core) und 1105 Punkte (Multi-core). Zum Vergleich, ein typisches Notebook mit mobilem Core i5 Prozessor (2,4 GHz) erreicht 2184 bzw. 4709 Punkte.

Software

Das HP ElitePad 900 und das Dell Latitude 10 sind beide mit Windows 8 Pro ausgerüstet, wie für alle anderen Geräte kann auch das 8.1 Update bezogen werden. Ebenso sind die Tablets mit allen verbreiteten x86-basierten Apps und Programmen kompatibel. Im Gegensatz zu Windows RT Geräten, kann Software auch außerhalb des Stores bezogen und installiert werden. Das bedeutet jedoch auch, dass das ElitePad ohne Office Paket ausgeliefert wird. Unternehmen werden hier wohl auf ihre gewöhnlichen Volume-Lizenzen zurückgreifen. Für Unternehmen ist die Integration von Skydrive zu beachten: Seit Windows 8.1 ist Skydrive tief in das Betriebssystem integriert, dabei kann die Cloud wie jeder andere lokale Ordner genutzt werden. Unternehmen sollten die Nutzung von Skydrive prüfen und ggf. bei der Ersteinrichtung deaktivieren.

Dies Dell liefert nur wenig vorinstallierte Software mit. Neben einer Backup Lösung ist nur ein Softwareupdater vorinstalliert. Auf dem ElitePad ist hingegen etwas mehr Software installiert. Neben den obligatorischen Tools zur Kundendienstregistrierung oder dem Softwareupdater finden sich unter anderem vorinstalliert eine Webcamsoftware, ein Mediaplayer von Cyberlink, Kindle & Evernote. Enthalten ist zudem eine 4-Jahres Lizenz von Absolute Data Protect, einem Dienst zum Fernlöschen von Daten und der Lokalisierung des Geräts.

IT-Abteilungen dürften sich freuen, dass sich diese Tablets genauso einfach wie Laptops oder Desktop-PCs in bestehende Device Management Systeme integrieren lassen.

Zubehör

Dockingstation

Für beide Tablets wird zusätzlich eine Dockingstation angeboten und beide bieten die üblichen Anschlüsse die man erwarten würde. USB 2.0 Anschlüsse, ein Netzwerkanschluss und eine 3,5mm Audioklinke sind bei beiden vorhanden. Die Dockingstation Dell bietet nur einen HDMI Anschluss, während die von HP neben dem HDMI Anschluss noch einen VGA Anschluss bietet. Beide Hersteller verfolgen bei den USB Anschlüssen ihren eigenen Ansatz. Während HP die vier Anschlüsse seitlich anordnet, bietet Dell einen USB Anschluss vorne und drei an der Rückseite. Wir hätten uns von beiden Herstellern zumindest einen USB 3.0 Port gewünscht. Beide Dockingstationen sind elegant verarbeitet und bieten durch ihr angenehm schweres Eigengewicht eine stabile Position. Bei Dell stört uns jedoch die zum Tablet gebogene Oberkante der Stütze. Dadurch gibt es einen Abstand zwischen Dockingstation und dem Tablet von fast einem Zentimeter (siehe Bild). Hier wundert man sich wirklich was man sich bei Dell gedacht hat. Beide Dockingstationen lassen das Arbeiten in einem angenehmen Winkel zu, dabei bietet das HP Gerät einen etwas kleineren Winkel. Bei Dell ist zu beachten, dass die Anschlüsse am Tablet deaktiviert werden, sobald das Tablet an die Dockingstation angeschlossen ist.

Abstand zwischen Latitude 10 und Dockingstation
Zu sehen ist keine Spiegelung oder Reflexion, der Abstand ist wirklich so groß.

Expansion Jacket (HP ElitePad)

Das ElitePad bietet eine Erweiterungshülle – Expansion Jacket genannt – die mit einem optionalen Zweitakku ausgestattet ist und das Tablet zudem um zwei USB-Anschlüsse, einen HDMI-Port und einen SD-Cardreader erweitert. Wir empfehlen die Variante mit dem Zweitakku. Leider wird das Tablet mit knapp über einem 1 kg dadurch deutlich schwerer.

Fazit

Die gute Nachricht ist, mit beiden Tablets lässt sich relativ flott arbeiten und beide bieten Businessfunktionen, wie z.B. TPM oder einen Stylus Support. Wir würden grundsätzlich für beide Tablets eine Kaufempfehlung aussprechen, jedoch ist es notwendig mögliche Alternativen mit Windows RT oder auf i-Core Basis zu betrachten. Letztere bieten eine deutlich höhere Leistung, aber eine kürzere Akkulaufzeit. Das ElitePad 900 ist ein sehr elegantes, und für das Unternehmen geeignete Tablet. Uns persönlich gefällt das Latitude 10 aufgrund der integrierten Anschlüsse und dem austauschbaren Akku jedoch etwas besser.