Fahrbericht: Cadillac Escalade

Im letzten Jahr sind wir die seit April 2015 in Europa verfügbare aktuelle Generation des Cadillac Escalade gefahren. Im Segment der SUV setzt der Escalade mit seinem Auftreten ein Ausrufezeichen. So dick, so breit, so bullig ist keiner! Angeboten wird der Escalade in zwei Varianten. Beide Varianten unterschieden sich in der Fahrzeuglänge. Der ESV hat eine Länge von 5,70 und der „normale“ hat eine Länge von 5,18 Meter. Mindestens 2,6 Tonnen wiegt der Escalade leer. Des Weiteren ist der „normale“ Escalade 0,2 Sekunden schneller auf 100 km/h.

Verantwortlich für den Vortrieb ist der 6,2 V8 mit 426 PS und 610 Newtonmeter maximalem Drehmoment. Im Vergleich zum Vorgänger sind dies 17 PS mehr. Der Motor ist bereits aus der Corvette bekannt. Es wirkt schon ein bisschen komisch in ein solches Monster einzusteigen und doch in unter 7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt zu werden. Der Achtzylinder brummt dazu tief und sonor. Die Sechsgang-Automatik arbeitet sehr zuverlässig, könnte aber hin und wieder ein bisschen zügiger die Gänge wechseln.

Im Vergleich zum Vorgänger hat die aktuelle Escalade-Generation ein deutliches moderneres und dynamischer Auftreten. Wie gehabt läuft der Escalade in Arlington/Texas vom Band. Die Basis teilt sich der Cadillac mit dem Chevrolet Tahoe und GMC Yukon. Dank Zylinderabschaltung lässt sich bei sanfter Betätigung des Gaspedals deutlich Sprit sparen, weil der V8 dann auf vier Töpfen läuft. Angegeben ist der Riese mit einem Durchschnittsverbrauch von 13,1 Liter auf 100 Kilometer. Gefahren sind wir den Escalade mit einem Verbrauch von 15,1 Liter. Amerikanische Fahrzeuge haben doch häufig mit dem Vorurteil einer schwammigen Lenkung zu kämpfen. Hier hat Cadillac in der aktuellen Generation nachgebessert und die elektrische Servolenkung ist jetzt deutlich direkter.

Um das SUV-Monster problemlos erklimmen zu können, verfügt dieser über elektrisch aus- und einfahrbare Einstiegsleisten. Serienmäßig sind im Inneren Ledersitze verbaut und vermitteln ein Sitzgefühl wie in der Business-Klasse einer Premium-Airline. Der Fahrer- und Beifahrersitz können beheizt und belüftet werden und die 2. Sitzreihe verfügt über beheizbare Sitze. Allerdings nimmt der Sitzkomfort in der dritten Sitzreihe ab und sind nicht mehr so ganz komfortabel. Allerdings als Notsitze sollten diese vollkommen ausreichen. Für eine optimale Dämpfung sorgt das aus dem CTS bekannte serienmäßige Assistenzsystem „Magnetic Ride Control“. Dieses System misst jeden Zentimeter Straße und ordnet den Gegebenheiten die optimale Dämpferwirkung zu.

In der Platinum Edition stellt der Escalade den Fondpassagieren zwei Bildschirme in den vorderen Rücklehnen sowie einen großen Flachbildschirm (beim ESV), der aus dem Dachhimmel ausklappt, zur Verfügung. Somit ist auf langen Reisen via DVD, Blu-ray oder SD Karte für ausreichend Entertainment gesorgt. Entsprechende Eingaben erfolgen über das 12,3 Zoll große Display im Armaturenbrett. Es verfügt über 3D-Navigation, vier USB-Schnittstellen und Spracherkennung. Des Weiteren sind im CUE-System noch Apple CarPlay und Android Auto integriert. Der Ton wird über das Bose-Surroundsystem mit 16 Lautsprechern wiedergegeben.

 

Auch sind in diesem SUV entsprechende Assistenzsysteme verbaut. Dazu zählen Ultraschall-Einparkhilfe vorn und hinten, adaptiver Tempomat, Head-up-Display und eine 360-Grad-Kamera. Sicherlich ungewöhnlich für ein Auto ist der zwischen den Vorsitzen in der Mittelkonsole integrierte Kühlschrank zum Einkühlen von bis zu sechs Halbliterflaschen. Dieser kann auf Knopfdruck ein- und ausgeschaltet werden. Für ein entsprechendes Klima im Innenraum sorgt die Dreizonen-Klimaautomatik

Trotz der recht breiten C- und D-Säule ist die Rundumsicht dank der riesigen Seitenfenster im Heck sehr gut.  Das Ladevolumen eines Escalade ist mehr als beeindruckend. Dies liegt zwischen 431 bis 3424 Liter im ESV. Damit man nicht zum Umklappen der Sitze im Fahrzeug herumkrabbeln muss, lassen sich die Sitze bequem im Heck über ein Tastendruck umklappen. Mit einem solchen Ladevolumen könnte man sich theoretisch ein Wohnmobil sparen, weil doch zwei Matratzen reinpassen. In der ESV-VAriante verkraftet der Cadillac bis zu 3,1 Tonnen Anhängelast. Obwohl der Cadillac Escalade ein sehr beeindruckendes Fahrzeug ist, wird er doch in Deutschland ein exklusives, seltenes Liebhaberstück bleiben. Wer ein solchen SUV fahren möchte, muss mindestens 99.900 Euro anlegen. Dies ESV Version kostet 5.500 Euro mehr.

Bilder des Cadillac Escalade