Fahrbericht: Dacia Dokker LPG

In den letzten Tagen habe ich mir einmal den Dacia Dokker näher angesehen. Nach dem Motto „Geiz ist geil“ bietet Dacia günstige Mobilität mit dem eigenen Auto an. Aber was bedeutet günstig bei einem Auto? Minderwertige Qualität? Schlechtes Fahrverhalten? Oder schlicht und einfach die Reduzierung auf das Wesentliche? Alle diese Fragen und unsere Eindrücke zum Dacia Dokker LPG möchte ich euch in diesem Beitrag näher bringen.

Eingangs hatte ich ja schon die Frage in den Raum gestellt, dass ein günstiges Auto eine Reduzierung auf das Wesentliche bedeuten kann. Aber was heißt das? Sicherlich kann man sich die Frage stellen, ob man die Komfortfeatures von Premiumfahrzeugen wirklich benötigt, oder ob schlicht und einfach pauschal gesagt ein Lenkrad und 4 Räder reichen. Sicherlich erfüllt dies auch die Marke Dacia, aber selbst Dacia hat einige Komfortextras im Angebot. Auf die Fragen Fahrverhalten und Qualität möchte ich an dieser Stelle noch keine Antwort geben, sondern erst einmal ein paar Worte zum eigentlichen Fahrzeugmodell verlieren. 

Wie bereits erwähnt, hatten wir den Dacia Dokker LPG im Test. Betrachtet man den Dokker zum ersten Mal, so wird man schnell optische parallelen mit dem Volkswagen Caddy ziehen, nur rangiert dieser in einer anderen Preisregion. Das Design des Dacia Dokker ist sehr funktional gehalten und ohne große große Schnörkel. Sicherlich kein großes Manko, aber es wäre dennoch wünschenswert, wenn Dacia auf die große Radioantenne verzichtet hätte und stattdessen eher eine kleinere Antenne aufs Dach setzen würde. Außerdem finde ich es persönlich schade, dass der Dokker nur mit Hecktüren angeboten wird und nicht die Wahl besteht optional eine Heckklappe zu bestellen. Das soll es erst einmal zum Äußeren des Fahrzeug gewesen sein, schauen wir nun einmal auf das Innere des Fahrzeugs.

Nimmt man zum ersten Mal Platz auf dem Fahrersitz, so wird man direkt von einer Hartplastik-Landschaft begrüßt. Die Markenverwandschaft zu anderen Dacia Modellen spiegelt sich in einem recht ähnlichen Cockpit wieder. Die Bedienung des Dokker ist schlüssig und gibt keine Rätsel auf. Als zentrales Element in unserem Testwagen ist das MediaNav Infotainment System platziert. Dieses System haben wir in einem Video ausführlich einmal vorgestellt. Darunter platziert ist die Steuerung der Klimaanlage.

Bei dem Sitzkomfort hat man das Gefühl, dass man auf Omas Couch platz nimmt, weil diese sehr weich sind. Allerdings bieten die Sitze so gut wie keinen Seitenhalt. Ansonsten lassen sich die Sitze vernünftig einstellen, so dass kleinere als auch größere Personen einen guten Sitzkomfort finden können. Obwohl das Fahrzeug recht groß ist, ist der Platz auf der Rückbank doch recht begrenzt. Ich persönlich bin über 2 Meter groß und muss dementsprechend die Sitze ziemlich weit nach hinten stellen, so dass im Dokker hinter mir kein Erwac
hsener mehr sitzen kann. Lässt man den Blick dann in den Laderaum schweifen, so macht der Dokker eigentlich keinen Hehl daraus, dass er eher ein Lastenesel sein möchte. Der Laderaum ist mehr als ausreichend groß, sodass manch Sportler sein Sportgerät bequem unterbringen könnte. Auch Familien, die auf der Suche nach einem praktischen Auto sind, werden diesen Laderaum zu schätzen wissen.

Beim Fahrverhalten war der Dacia wenig überzeugend. Die Lenkung macht einen recht gefühllosen Eindruck und vor allem muss man in engen Kurven oder beim Wenden das Lenkrad doch deutlich weiter einschlagen als man es bei anderen Fahrzeugen gewohnt ist. Auch ist das Fahrwerk nicht gerade positiv aufgefallen. Das Fahrwerk ist für einen PKW wenig komfortabel abgestimmt und man hat doch eher den Eindruck in einem Nutzfahrzeug zu sitzen als in einem PKW. Ansonsten ist der Wagen nach hinten recht unübersichtlich, so dass sich doch die nachträgliche Nachrüstung von Parksensoren empfiehlt. Diese werden leider nicht ab Werk angeboten.

Positiv hervorheben möchte ich die ab Werk angebotene LPG-Anlage. Die Anlage hilft die Betriebskosten niedrig zu halten, so dass man mit recht geringem Budget recht weit fahren kann. Wir sind insgesamt rund 1200 km in unserem Test gefahren und haben dafür 53,73 Euro ausgegeben. Persönlich würde ich beim Dokker immer die GAS-Anlage wählen, weil bei diesem Motor ein untertouriges und spritsparendes Fahren relativ schwierig ist. Um doch (vor allem auf der Autobahn) im Verkehr mitschwimmen zu können, muss man die Gänge doch mehr ausdrehen, was zu einem erhöhten Spritverbrauch führt. Alles in allem ist der Dacia schon ein recht solides Fahrzeug. Allerdings spürt man doch recht deutlich, dass man mehr in einem Nutzfahrzeug sitzt als in einem PKW. Dies ist ja erst mal nichts Negatives. Ausspielen kann der Dokker seine Vorteile beim Laderaum. Dies macht in seiner Preisklasse so schnell kein Mitbewerber nach. Deswegen ist der Dokker doch schon mal einen Blick für denjenigen Wert, der auf der Suche nach einem günstigen Neuwagen mit viel Platz ist.

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