Fahrbericht: Dacia Duster

Der Dacia Duster ist nicht einfach nur billig, sondern sieht auch noch recht nett aus. Stellt sich nun die Frage, ob der Duster nur ein Blender ist oder das hält, was er optisch verspricht. Dieser Frage versuche ich mit diesem Artikel auf den Grund zu gehen. Das Dacia billig ich kann, hat Renault ja schon lange mit der wiederbelebten Marke Dacia bewiesen. Für Renault ist Dacia nach Einführung des Logan 2005 ein voller Erfolg. Mittlerweile bietet die rumänische Marke mit französischem Herzen verschiedene Modelle an. Dazu zählen u.a. der Van Lodge, die Kleinwagen Sandero und Logan sowie den von uns bereits getesteten Hochdachkombi Dokker.

Mag der erste Logan noch recht funktionell gestaltet sein, so hat der Duster, der seit 2010 in dieser Form angeboten wird, nichts damit am Hut. Optisch sieht der Dacia mehr nach Geländewagen aus, als nach SUV. Durch seinen Unterfahrschutz, der leider aus Plastik ist und einer Bodenfreiheit von 21 Zentimetern wird dieser Eindruck noch weiter verstärkt. Optional lässt sich die Plastikverkleidung auch gegen Aluminiumbleche austauschen.

Äußerlich wirkt der Duster mit seinen 4,31 Meter doch sehr kompakt. Mit einer Breite von glatten 2 Metern (Spiegel zu Spiegel) hat man im Stadtverkehr wenig Probleme. Recht vielversprechend sind auch die anderen Maße. Mit einem Radstand von 2,67 Meter und kurzen Überhängen von 82 Zentimetern hat man doch hohe Erwartungen an dem Platz im Innenraum.

Und die Erwartungen werden nicht enttäuscht. Selbst für größere Piloten ist der Platz im Duster doch sehr geräumig. Bis auf den marginalen Unterschied in der Breite zu anderen Konkurrenten ist der Platz mehr als ausreichend. Auch die beachtliche Beinfreiheit im Fond fällt an dieser Stelle positiv auf. Insgesamt ist das Gestühl zwar recht bequem, allerdings doch für Langstrecken recht hart. Wie es in dieser Preisklasse zu erwarten ist, setzt Dacia hier auf sehr viel Hartplastik.

Allerdings ist die Verarbeitung sehr ordentlich und ohne größere Macken. Manch einer mag jetzt meinen, dass billig nicht gleich Komfort bedeutet. Aber der Ausstattungslinie Lauréate bietet Dacia optional ein Navigationssystem an, welches wir ja schon zweimal auf unserem YouTube Kanal vorgestellt haben. Entsprechende Links sind auch hier im Blog zu finden. Das Navigationssystem überzeugt, ist allerdings etwas zu tief montiert. Ansonsten findet man sich im Dacia schnell zurecht zwischen den einzelnen Tasten und Reglern.

Insbesondere gefällt mir beim Duster die Sicht nach hinten heraus nicht. Für mich wirkt das Heckfenster recht klein und daher ist der Dacia nach hinten recht unübersichtlich. Dies ist nicht nur ein Problem beim Dacia, sondern eine generelle SUV Krankheit, wobei dies hier noch ausgeprägter ist. Daher ist es durchaus empfehlenswert die Parksensoren in Verbindung mit dem Tempomat für 350 Euro mitzubestellen.

Wirft man einen ersten Blick auf den Grundpreis, so könnte man schnell meinen, dass der Duster doch ganz nicht so billig ist. Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass vergleichbare Modelle von Skoda oder Peugeot doch teurer sind. Damit wären wir schon bei der ersten Stärke des Duster, nämlich sein Preis. Für dieses Geld erwirbt man ein solides Auto, bei dem man durchaus Verzicht üben muss, allerdings ist der Duster für preisbewusste Käufer durchaus eine Empfehlung.

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