Fahrbericht: Der neue Mitsubishi Outlander

Um den Erfolg des Outlanders fortzuführen, hat uns Mitsubishi im April vergangenen Jahres zum ersten Mal eine neue Generation gezeigt. Nicht nur wurde dieser überarbeitet, er ist auch gleichzeitig das erste Modell mit der neuen Designsprache Dynamic Shield, die zukünftig bei allen neuen Modellen dieser Marke eingeführt werden soll. Seit September 2015 ist nun der neue Outlander bei den Händlern verfügbar.

Bei dem neuen Outlander reagieren manche sehr verwundert darüber, dass Mitsubishi Motors das Modell als ein neues Modell bezeichnet. Äußerlich könnte man doch eher der Meinung sein, dass der Wagen mehr nach Modellpflege aussieht. Laut Aussage des Herstellers wurden bei der Entwicklung über 100 Punkte „verbessert“.

Vor allem mit seinem neuen Gesicht unterscheidet sich der neue Outlander deutlich von seinem Vorgänger. Direkt ins Auge fallen die zwei bumerangförmigen Chromspangen, die dem Auto ein präsenteres Auftreten verleihen. Ab der Ausstattungslinie „Plus“ verfügt die Front auch über LED-Hauptscheinwerfer uns sorgen so für Modernität. Die Metallleisten in den Seitenschwellern sorgen für ein gestrecktes Äußeres.

Auch im Heck hat sich einiges getan. Die Rückleuchten sind weiterhin zweigeteilt und etwas größer geworden. Dadurch wirkt das Heck imposanter. Leider hat Mitsubishi bei der Neuentwicklung des Outlanders ein Punkt nicht angefasst und das ist die elektrische Heckklappe. Weiterhin öffnen die E-Motoren die Heckklappe noch immer sehr langsam. Nichts geändert hat sich am Platzangebot des 4,70 Meter langen SUV. Selbst wenn auf dem Fahrer- oder Beifahrersitz auch größere Personen mit über 1,90 Meter sitzen, finden im Fond auch Erwachsene noch bequem Platz. Bei manch anderem Fahrzeug sind dann die Fondsitze nur für Kinder zu benutzen. Mit einem Volumen zwischen 463 und 1754 Liter Ladevolumen lässt sich im Kofferraum mehr als genug Gepäck verstauen.

Insbesondere hat Mitsubishi Motors jene technischen Punkte überarbeitet, wo ein Nachholbedarf erkannt wurde. Insbesondere wurde das Fahrwerk überarbeitet. Dazu gehören ein steiferer Fahrwerksquerträger, die präzisere elektrische, nochmals reibungsreduzierte Servolenkung, Federn und Stoßdämpfer mit geänderten Kennungen, ein vergrößerter Dämpferdurchmesser an der Hinterachse sowie angepasste Reifenspezifikationen. In Summe führt dies zu präziserer Rückmeldung der Lenkung, erhöhter Handling- und Fahrstabilität, sanfteres Abrollverhalten sowie noch feinerem Ansprechen der Federung.

Mit der 150-PS-Dieselmotorisierung und dem überarbeiteten Fahrwerk ist der Outlander das ideale Reiseauto zum Abspulen langer Distanzen. Zu diesem Komfort tragen auch die stärker ausgeformten und bequemen Sitze bei. Für einen noch höheren Komfort wäre es wünschenswert, wenn Mitsubishi eine Lordosestütze anbieten würde, aber die gibt es leider nicht. Somit kann für manchen eine längere Fahrt im Outlander doch unkomfortabel werden und gar Rückenschmerzen verursachen.

Obwohl der Outlander noch nie unter lautstarke Geräusche im Innenraum gelitten hat, optimierte Mitsubishi die Karosserie an vielen Punkten. Unter anderem wurden zusätzliche Dämmstoffe, schalldämmende Frontverglasung und veränderte Türdichtungen. Schon in den ersten Minuten hört man den stark verbesserten Geräuschkomfort selbst beim überarbeiteten Dieselmodell.

Der Einstieg in die Outlander Welt startet mit dem 150 PS Benziner mit Frontantrieb und Fünfgangschaltung für 23990 Euro. Zu dem Einstiegspreis erhält man bereits Klimaautomatik, Geschwindigkeitsregelanlage, elektrische Fensterheber vorne/hinten oder ein Audiosystem mit CD und MP3 Funktion. Mit diesen Ausstattungsfeatures bringt der Outlander schon in der Basis deutlich mehr mit als manch anderer deutscher Hersteller. Zusätzlich erhält man schon mit der Basisausstattung schon seit Anfang 2015 eine auf fünf Jahre erweiterte Herstellergarantie bis 100.000 Kilometer. Seit dem Modellwechsel bietet Mitsubishi jetzt auf eine erweiterte Herstellergarantie auf acht Jahre, die bis zu einer Laufleistung von 160.000 Kilometern gilt.

Zusammengefasst konnte der neue Outlander in diesem Test überzeugen. Man spürt deutlich, dass man nicht von einem Facelift sprechen kann, sondern dass es sich hierbei um ein neues Modell handelt. Sicherlich wäre es wünschenswert gewesen, dass man noch den einen oder anderen Punkt angeht und mit dem neuen Modell abstellt. Sicherlich zählt für mich dazu das Infotainmentsystem. Es ist für mich nicht verständlich, dass man bei der Navigation auf ein bestehendes System setzt, welches nicht wirklich gut ist. Aber bei dem Einstiegssystem ohne Navigation legt man Hand an und lässt aktuelle Technologien (Android Auto und Apple CarPlay) in das System einfließen. Bleibt zu hoffen, dass Mitsubishi bei kommenden Modellen auch ein neues Navigationssystem präsentiert.

Bilder des neuen Mitsubishi Outlander