Fahrbericht: Kia Picanto LPG

Der Kia Picanto LPG ist im Kleinstwagensegment doch mit dieser Kombination eine relativ seltene Erscheinung. Zwar kostet Autogas (kurz LPG) aufgrund der bis 2018 festgesetzten Steuervorteile nur halb so viel wie herkömmlicher Treibstoff, doch müssen sich die Mehrkosten für den Aufpreis bzw. Umrüstung wieder amortisieren. Am ehesten gelingt dies Vielfahrer, doch häufig fährt diese Zielgruppe größere Autos. Was der Kia Piccanto kann und was er nicht kann das möchten wir in diesem Test einmal näher vorstellen. Auch gehen wir in diesem Zusammenhang auf den LPG Antrieb in diesem Modell ein.

In seinem Segment ist der Kia Picanto LPG ein sehr ungewöhnliches Fahrzeug. Im Vergleich zu manch teurer Nachrüstung, berechnet Kia lediglich 1.000 Euro Aufpreis. Allerdings macht dies doch fast 10% des Grundpreises aus. In diesem Zusammenhang muss man sich selbst hinsetzen und nachrechnen, ob ein solcher Antrieb lohnenswert ist. Bei dem Picanto LPG handelt es sich um einen bivalenten Antrieb. Neben dem Autogas kann der Kia auch mit herkömmlichen Benzin gefahren werden. Einerseits kann der Fahrer per Knopfdruck zwischen den zwei Kraftstoffarten wählen, aber neigt sich eine Tankfüllung zum Ende, so schaltet das System automatisch um.

In diesem Fahrzeug ist ein Dreizylindermotor mit 49 kw (67 PS) verbaut. Wie bei den meisten Dreizylindermotoren schnurrt auch hier der Motor des Kia beim Anfahren nähmaschinenartig los. Aber ist der Kia erst einmal in Schwung gebracht, so hat man keinerlei Probleme im Großstadtdschungel mitschwingen zu können. Auch auf der Autobahn muss man nicht die Befürchtung haben sich zwischen zwei LKW einklemmen zu müssen, weil der Kia durchaus in der Lage ist seine Höchstgeschwindigkeit von 150km/h zu erreichen. Bei bergigen Strecken muss man durchaus öfter mal den Schalthebel bewegen, um die 92 Nm Drehmoment zu nutzen, weil sonst dem Picanto durchaus die Puste ausgehen könnte.

Auf langen Strecken zeichnet sich der Wagen aber nicht durch ein sehr bequemes Fahrwerk aus. Dieses Problem ist leider klassenbedingt. Das Fahrwerk des Kia gibt ungefiltert jede Straßenunebenheit an die Fahrzeuginsassen wieder. Leider dämpfen auch die Sitze dies nicht ab, weil diese zwar für kurze Strecken ausreichend sind, aber nicht für Langstrecken. Zur Verteidigung des Kia sei gesagt, dass die Langstrecke nicht sein Metier ist und er seine Kompetenz im Stadtverkehr ausspielen kann. Der 3,60 Meter lange Picanto ist sehr wendig und passt in fast jede Parklücke. Erstaunlich überrascht hat uns das Platzangebot auf den vorderen Sitzen. Mit über 2 Metern konnte ich bequem Platz finden und hatte nicht das Gefühl einklemmt hinter dem Lenkrad sitzen zu müssen. Man muss ganz ehrlich sagen, dass man im Fond eigentlich nur Kinder Platz finden können, weil es doch sehr beengt ist. Wer sich bewusst mit der LPG-Variante auseinandersetzt, der wird schon damit rechnen, dass der Kofferraum etwas kleiner ausfüllt. Der zweite Tank, für den LPG Antrieb, nimmt Platz weg. Während im regulären Picanto 200 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung stehen, sind es hier nur 151 Liter. Durch das umklappen der Rücksitze kann man das Ladevolumen auf bis zu 821 Ladevolumen erhöhen. Leider ist dabei der Ladeboden nicht eben.

Der Kauf des Kia Picanto LPG in der Basisversion bedeutet der Verzicht auf Komfortextras. In der nächsten höheren Ausstattungslinie gehören erst Zentralverriegelung, Heckscheibenwischer, Klimaanlage, ein höhenverstellbarer Fahrersitz oder elektrisch einstellbare Außenspiegel zum Serienumfang. Diese Ausstattungslinie startet ab 11.590 Euro. Ab 13.990 Euro kann man den Picanto in der höchsten Ausstattungslinie bestellen. Bei dieser Ausstattungslinie stehen dann Radio, Bordcomputer, ZV mit Funkfernbedienung oder Leichtmetallräder im Serienumfang zu Verfügung. Ist man dann noch Bereit 550 Euro für ein Komfortpaket zu bezahlen, so erhält man dann Klimaautomatik, Sitzheizung und Nebelleuchten. Allerdings stößt dann der Kia mit fast 14.000 Euro in die Preisklasse des Kleinwagensegments vor.

Zusammengefasst ist dieser Kleinstwagen für jeden interessant, der im Großstadtdschungel viel unterwegs ist und entsprechend preisgünstig fahren möchte.

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