Fahrbericht: Renault Captur

SUVs und Kleinwagen verzeichnen derzeit starke Zuwächse. Neben dem von uns getesteten Renault Captur gibt es noch einige Alternativen am Markt und selbst deutsche Autohersteller überlegen in dieses Segment vorzustoßen. Mit seinem großen und prägnanten Emblem in der Front macht der Captur mächtig Eindruck. Individualisten können mit dem Captur ihrer Persönlichkeit Ausdruck verleihen und aus einer Vielzahl von Aufklebern, Zweifarbenlackierungen und farbigen Felgen auswählen. Der Einstiegspreis des Captur liegt bei 15.490 Euro. Meinen Eindruck von diesem Modell nach 2 Wochen und mein Fazit erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Aber bevor ich hier mein abschließendes Urteil zu diesem Fahrzeug darstelle, möchte ich zunächst noch ein paar weitere Worte zu dem Fahrzeug selbst verlieren. In unserem Testfahrzeug war ein 1,5-Liter-Diesel mit 90 PS und 220 Nm Drehmoment verbaut. Alternativ bietet Renault noch zwei Benziner, einen Dreizylinder mit 90 PS und auch für die Automatikfans ein 120 PS starken Vierzylinder mit Doppelkupplungs-Getriebe. Bei dem 90-PS-Diesel gibt Renault den NEFZ-Verbrauch mit 3,6 Liter auf 100 km an. Im Schnitt (nach Bordcomputer) sind wir das Fahrzeug mit 5,8 – 5,9 Liter bei zügiger Fahrweise gefahren.

Kommen wir noch einmal zurück zum äußerlichen Erscheinungsbild des Renault Captur. Durch recht mutige nach oben hin auslaufende Seitenlinie hat der Renault Captur ein hohes Heck. Zwar ist meiner Meinung nach das Design durchaus gelungen, nur lässt das recht hohe Heck eine nicht gerade berauschende Übersicht nach hinten vermuten. Wo wir uns schon einmal näher mit dem Heck des Captur auseinandergesetzt haben, können wir auch gleich gemeinsam einen Blick in den Kofferraum des Captur werfen. Der Laderaum bietet je nach Nutzung des doppelten Bodens 377 bis 455 Liter Kofferraumvolumen. Wenn man jetzt noch zusätzlich die Rückbank nach vorne schiebt und vollständig umklappt, erhöht sich das Kofferraumvolumen auf 1235 Liter.

Das bunte Äußere findet sich auch im Innenraum unseres Testwagens wieder. Obwohl manch einer von der bunten Farbgebung überfordert sein mag, so geht Renault mit dem Captur konsequent weg vom tristen Einheitsgrau in den Innenräumen und bietet selbst Individualisierungsmöglichkeiten am Armaturenträger. Wird man sich näher mit dem Innenraum beschäftigen, so findet man doch einige pfiffige und sinnvolle Details. Wer kann schon von sich behaupten seine Sitzbezüge einfach über Zip-Verschlüsse vom Sitz abziehen zu können, um diese in der Waschmaschine waschen zu können. Insbesondere kann sich dieses kleine Detail für Eltern mit kleinen Kindern oder Tierbesitzer bewähren. Oftmals werden doch bei anderen Fahrzeugen kleine Handschuhfächer kritisiert, aber nicht beim Captur. Das Wort „Handschuhfach“ ist eigentlich nicht zutreffend, denn wir haben hier eine riesige Schublade mit 11 Liter Stauvolumen. Sollte einem die Schublade nicht ausreichen, so hat der Captur auf dem Armaturenträger ein weiteres kleineres Staufach.

Trotz der 1245 Kilo Leergewicht hat uns der 90-PS-Motor positiv überrascht. Im Alltagsbetrieb kommt man mit dieser Motorisierung ordentlich voran und dementsprechend vermisst man im Captur auch nicht mehr Leistung. Unser Testwagen verfügte über ein 5 Gang Schaltgetriebe, welches an sich in Ordnung war. Allerdings ist der Rückwärtsgang des Öfteren negativ aufgefallen, weil trotz akustischer Bestätigung und Rückfahrkamerabild weiterhin das Getriebe im Leerlauf verweilte. Das Fahrwerk des Captur ist sehr komfortabel, unangenehmes Wanken oder Schaukeln gibt es kaum. Dementsprechend schluckt das Fahrwerk unebene Fahrbahnbeläge gut. Renault gibt den Captur mit 3,9 Liter Durchschnittsverbrauch an. Allerdings kamen wir kaum auf dieses Niveau. Unser Testverbrauch lag bei rund 5,4 – 5,6 Liter je nach Fahrweise.

Das R-Link-System haben wir ja schon in einem separaten Video vorgestellt. Dieses könnt Ihr entweder hier anschauen oder direkt bei Youtube:

Bei den Komfortfeatures ist uns nur das Keyless-System mit seiner merkwürdigen Logik aufgefallen. Einerseits kann man das Auto über den kartenförmigen Funkschlüssel versperren und andererseits über den Knopf an den Türgriffen. Die merkwürdige Logik besteht darin, dass wenn man den Wagen über den Funkschlüssel abgeschlossen hat, kann man das Auto auch nur über den Funkschlüssel öffnen und nicht über den Türgriff. Erst nach Verlassen des Autos ohne Benutzung des Funkschlüssels kann man das Auto über den Türgriff wieder öffnen.

Zusammengefasst hat sich der Renault Captur in unserem Test keine Schnitzer geleistet. Die 90-Diesel-PS sind in diesem Fahrzeug mehr als ausreichend. Der Motor ist gleichermaßen unterhaltsam wie genügsam. Die Sitze und das Fahrwerk waren für uns absolut in Ordnung. Sicherlich sollte jeder für sich entscheiden, ob nicht die Kombination zu weich sein könnte. Das Entertainment System spielt in dieser Liga in der oberen Liga mit. Insgesamt ist der Captur ein sehr faires Angebot, welches sich durch gute Ausstattung mit einem fairen Preis auszeichnet.

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