Fahrbericht: Renault Twizy

Seit 2012 ist der Renault Twizy auf dem deutschen Markt erhältlich. Eigentlich klingt ein Elektroauto doch mehr ich Vernunft, Umweltbewusstsein und Sparsamkeit und nicht nach Spaß. Aber genau das kombiniert Renault im Twizy. Ist dieses Modell mehr als nur ein Kopfverdreher oder bekommt man für den Kaufpreis ein vollwertiges Auto? Bevor ich dies beleuchte, möchte ich euch den Twizy zunächst einmal näher vorstellen.

Der Twizy wird von Renault in 2 Motorisierungen angeboten. Einmal gibt es das Modell mit 18 PS und dann noch in einer gedrosselten Variante mit 5 PS, den auch Jugendliche mit einem Mofaführerschein und Versicherungskennzeichen bewegen dürfen. Neben den unterschiedlichen Ausstattungslinien wird das Fahrzeug noch in zwei unterschiedlichen Karosserievarianten angeboten. Genauer gesagt wird der Twizy als Zweisitzer (Beifahrer sitzt hinter dem Fahrer) und als Cargo mit einem kleinen Kofferraum, der ein Volumen von 156 Litern hat und eine Nutzlast von 75 kg aufnehmen kann, angeboten.

Die unterschiedlichen Ausstattungslinien unterscheiden sich im Umfang der Ausstattung. Bis auf die Ausstattungslinie „Sport Edition“ sind bei allen anderen Linien die Seitentüren optional, welche ich doch als ein sehr wichtiges Ausstattungsmerkmal betrachte. Vor allem bei Regen oder Spritzwasser aus Pfützen schützen diese einen gut. Selbst im Twizy muss man nicht auf entsprechende Komfortfeatures verzichten. Optional lässt sich dieses Modell mit einem Soundsystem und einer Freisprecheinrichtung sowie einer Einparkhilfe ausstatten.

Sicherlich ist das Wichtigste bei einem Elektroauto ist die Reichweite, bis das KFZ wieder an die Steckdose muss. Renault gibt die Reichweite des Twizy mit rund 90 km an. In unserem Fall sind wir zwischen 55 – 65 km mit einer Fahrzeugladung gefahren. Eine Ladung von 0% auf 100% dauerte wie unserem Fall rund 3,5 Stunden. Im Gegensatz zu manch anderen Elektrofahrzeugen verfügt der Twizy ausschließlich über einen Schukostecker und kann nicht flexibel an anderen Ladestationen eingesetzt werden. Dies kann natürlich auch zu Problemen führen, weil doch nicht jede Ladestation über ein Schukoanschluss verfügt.

In unserem Fall sind wir das Elektrofahrzeug mit dem Panoramadach gefahren. Ich möchte dies insofern erwähnen, dass bei einem Panoramadach der Fahrer nicht größer etwas über 2 Meter sein darf, da sonst die Kopffreiheit nicht ausreicht. Ansonsten ist der Platz mehr als ausreichend. Für kleinere Einkäufe verfügt das Fahrzeug über verschiedene Staufächer. Im Armaturenträger befindet sich ein kleines verschließbares Staufach und dann gibt es noch ein weiteres hinter der Rückenlehne für den Mitfahrer, welches ebenfalls verschließbar ist.

Auch wenn jetzt viele argumentieren mögen, dass man durchaus das Modell auch ganzjährig fahren könnte, bin ich persönlich nicht der Meinung. Der Twizy verfügt über keine Heizung, d.h. bei kaltem Wetter muss man sich durch entsprechende Kleidung warmhalten. Auch wenn man sich die optionalen Seitenscheiben, die nur aus einer Kunststofffolie bestehen, bestellt, so ist man auch nicht wirklich geschützt. Die optionalen Seitenscheiben schützen nämlich nicht die Fahrgastzelle zu 100% vor Wettereinflüssen. Persönlich würde ich einen Twizy von Frühling bis Herbst mit einem Saisonkennzeichen ähnlich, wie ein Motorrad bewegen.

Der Twizy verdreht schon Köpfe, wenn man mit dem Fahrzeug unterwegs ist. Wie bei manch teurem Sportwagen schauen doch Passanten dem Fahrzeug einmal hinterher. Durch die kompakte Bauweise macht der Twizy trotz seiner geringen Fahrleistung großen Spaß beim Fahren und eignet somit zum idealen Stadtauto. Durch den Einsatz in der Stadt kann das Fahrzeug durch Rekuperation seinen Akku aufladen. Auch für kurze Überlandfahrten eignet sich der Twizy. Wer sich dieses KFZ zulegen möchte, sollte sich bewusst sein, dass mit Zahlung des Kaufpreises es nicht getan ist. An den Kaufvertrag ist ein gleichzeitiger Abschluss eines Batteriemietvertrages gekoppelt, dessen Kosten je nach Laufzeit und Kilometern unterschiedlich hoch ist.

Bei unserem Test konnte der Twizy als Produkt überzeugen. Allerdings gibt es auch Kritik an diesem Fahrzeug. Die Festlegung des Ladesteckers auf Schuko empfinde ich als Negativ. Im Rhein-Main Gebiet gibt es einige Ladestationen, die bspw. kein Schukostecker haben und da muss man sich schon im Vorfeld genau informieren, ob und wo man laden kann. Zu guter Letzt bin ich der Meinung, dass der Preis des Twizy etwas attraktiver sein könnte. Zusammengefasst ist der Twizy ein attraktives und spaßiges dritt Auto, vergleichbar mit einem Motorrad.

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