News: Passat Facelift vorgestellt

Nach 5 Jahren spendiert Volkswagen der aktuellen Passat Generation B8 ein Facelift. Das Außenkleid wurde nur dezent durch leichte Veränderungen der Front- und Heckschürze geändert. Man muss schon genauer hinschauen, um den neuen Passat vom Vorgänger zu unterscheiden. Beim Facelift des Passat gehören LED Scheinwerfer zum Serienumfang. Mit diesem Artikel möchte ich euch schwerpunktmäßig die Veränderungen beim Infotainment-System vorstellen, weil sich doch hier die Meisten Fortschritte verbergen und ein Ausblick auf kommende VW Modelle möglich ist. Die Basis der neuen Infotainmentsysteme greift sogar schon der VW ID Plattform voraus.

Insgesamt stehen für das VW Passat Facelift drei verschiedene Infotainment-Systeme zur Wahl. Den Einstieg macht das Composition Media mit seinem 6,5 Zoll großen Touchscreen und ohne Navigationsfunktion. Darüber rangiert das Discover Media samt Basis-Navi und 8-Zoll-Touchscreen. Ganze 9,2 Zoll misst der Bildschirm des Discover Pro Systems, welches auch gleichzeitig das Top-Navi bereitstellt. Mittlerweile bei anderen Herstellern bekannt, hat VW die Sprachsteuerung deutlich aufgewertet und der neue Passat reagiert jetzt auf das Kommando „Hallo Volkswagen“, welches dieser mit „Ja bitte?“ bestätigt. Damit kann der Nutzer salopp Befehle diktieren, wie zum Beispiel: „Ich will jetzt nach Lübeck zum Holstentor.“ Obwohl auch das VW Passat Facelift zu den günstigsten Modellen der Mittelklasse gehört, spielt er technisch auf Premium-Level. Bereits von BMW bekannt, erhält nun der VW Passat auch endlich wireless Apple CarPlay, welches via App Connect realisiert wird. Damit hat endlich das Verbinden via Kabel ein Ende!

Mit dem neuen Passat führt VW einen neuen Modularen Infotainmentbaukasten ein. Dieser wird auch in den neuen VW ID Fahrzeugen zu finden sein. In den Infotainmentbaukasten ist eine eigene SIM-Karte und eine Online-Connectivity-Unit – kurz: OCU integriert. Somit ist der Passat ständig online und das ohne Aufpreis. Damit lassen sich die Angebote der digitalen Plattform „Volkswagen We“ nutzen. Unter diesem Namen bündelt Volkswagen Mobilitätsdienstleistungen wie zum Beispiel „We Park“ (bargeldloses Parken) oder „We Deliver“ (sogenannte „Car-Access-Based Services“. Der Dienst „We Deliver“ bietet autorisierten Servicepartnern einfachen und sicheren Zugang zum Fahrzeug. So kann der Kunde seinen bestellten Einkauf, seine gebügelten Hemden oder den georderten Blumenstrauß direkt in seinen Kofferraum liefern lassen. Zukünftig soll es sogar möglich sein, dass der Passat an seiner Location von einem Dienstleister gewaschen werden kann. Mit „We Park“ muss der Besitzer des Passat nie wieder eine Parkuhr mit Münzen füttern. Die Abrechnung der Parkgebühren erfolgt minutengenau, völlig ohne Bargeld und monatlich. Politessen erkennen anhand des Kennzeichens und am We Park Sticker die entsprechende Zugehörigkeit.

Mit dem Passat Facelift führt VW auch die „Volkswagen ID“ ein. Die Volkswagen ID ist damit zentraler Zugang zu allen Volkswagen Services und ermöglicht die Nutzung von „We Park“ und „We Deliver“. Für Flottenkunden ist sicherlich das Angebot von „We Connect Fleet“ interessant. Dabei handelt es sich um ein digitales Fahrtenbuch, Verbrauchsmonitoring und Wartungsmanagement. Zusätzlich ist es möglich seine Präferenzen von Sitzeinstellung, Farbe der Ambientebeleuchtung, Temperatur der Klimaautomatik und weitere Parameter auf der VW Cloud zu hinterlegen. Somit ist es möglich, dass die Einstellung mittels der eigenen Volkswagen ID in andere Fahrzeuge „mitgenommen“ werden können. Insbesondere ist dies bei Leih- und Mietfahrzeugen ein interessanter Vorteil. Wenn man das schlüssellose Zugangs- und Startsystem Keyless Access konfiguriert hat, kann man getrost den Fahrzeugschlüssel zu Hause lassen und das Fahrzeug mittels NFC öffnen. Allerdings wird dies nur mit Android Smartphones (aktuell nur Samsung Modelle kompatibel) funktionieren. Geöffnet wird das Fahrzeug, wenn man das Smartphone an den Türgriff vom Fahrzeug hält. Der Motorstart erfolgt, wenn das Smartphone in der entsprechenden Koppelbox nahe der Schaltkulisse platziert wird. Ebenfalls ist es möglich, Freunden oder Familienmitgliedern diesen „digitalen Schlüssel“ zu schicken. Damit können diese das Fahrzeug für eine vorgegebene Zeit ohne haitischen Fahrzeugschlüssel nutzen.

Unter dem Begriff IQ.Drive fasst Volkswagen alle Assistenzsysteme zusammen. Damit fungiert IQ.Drive quasi Dachmarke für die Sicherheits- und Assistenzsysteme. Das VW Passat Facelift verfügt über die derzeit höchste Ausbaustufe des IQ.Drive. Mit dem Facelift feiert der „Travel Assist“ Weltpremiere und ersetzt den bisherigen Stauassistenten. Während letzterer lediglich bis 60 km/h aktiv war und weitestgehend nur für Fahrten im dichten Verkehr einsetzbar war, funktioniert der Travel Assist nun teilautonom bis 210 km/h mit nur einem Tastendruck. In Verbindung mit einem überarbeiteten ACC und des Lane Assist, erreicht der neue Passat so die Autonomiestufe 2 von maximal fünf Stufen. Bis dato erkannte das ACC über den Lenkwinkelsensor ob der Fahrer noch anwesend war, aber mit dem neuen kapazitiven Lenkrad sind leichte Lenkimpulse nicht mehr notwendig. Über eine Hands-off-Detection weist der Passat nach zehn Sekunden darauf hin, dass die Hände wieder ans Lenkrad genommen werden müssen. Dabei reicht es das Lenkrad nur mit einem Finger zu berühren. Sollte der Fahrer nicht reagieren, löst er eine Kette von Warnmeldungen aus, die damit endet, dass der Emergency Assist eingreift. Letzterer kann nun nicht nur das Fahrzeug zum Stehen bringen, sondern im Rahmen der Möglichkeiten auch auf die ganz recht Spur wechseln – im Falle einer Autobahnfahrt lenkt das Fahrzeug somit auf den nicht befahrenen Standstreifen.

Der Vorverkauf des VW Passat Facelift startet im Mai 2019. Beim Händler wird das Facelift nach aktueller Planung Ende August 2019 stehen. Die Preise für den Bestseller sind noch nicht bekannt gegeben worden. Zur Markteinführung wird es eine limitierte First Edition geben. Diese trägt den exklusiven Farbton Mondsteingrau und wird wahlweise mit dem stärksten Benziner oder dem stärksten Diesel ausgerüstet und wartet mit Allradantrieb und vielen neuen Ausstattungsoptionen auf.

Bilder des VW Passat Facelift