Review: Dell Latitude 7370

Mit einem matten InfinityEdge-Display, Core-m5 Prozessor und leichtem Gehäuse probiert sich Dell am Klassiker der Notebooks, dem 13 Zoll Business-Laptop. Wir haben mal einen genaueren Blick auf das Latitude 7370 von Dell geworfen.

Das Dell Latitude 7370 bietet ein mattes 13,3 Zoll Display in InfinityEdge Bauweise, mit extrem schmalen Displayrahmen. Die äußeren Ränder sind etwas breiter als einen halben Zentimeter, dadurch ist das Notebook in etwa so groß wie ein 11-12 Zöller, das vergleichbare Dell XPS 13 ist dabei vom Gehäuse sogar noch einen Tick kleiner als das Latitude. Das Dell XPS 13 dient mir seit einem Jahr als „Daily Driver“, daher werde ich immer wieder kleinere Vergleiche zwischen diesem Latitude 7370 und dem Dell XPS 13 ziehen. Die Reihe Latitude ordnet das Notebook im Businesssegment ein, traditionell ist diese Reihe eher hochpreisig. Unser Testmodell findet sich im Dell Shop bei einem rabattierten Preis von stattlichen 1900 Euro. Eines der auffälligsten Merkmale des Latitude 7370 ist die ruhige Arbeitsweise des Laptops, dieses arbeitet lüfterlos und wird passiv gekühlt, es arbeitet also komplett lautlos. Da freuen sich die Ohren.

Bilder

 

Datenblatt unseres Testmodells

Prozessor: Intel Core m5-6Y57 @ 1,1 Ghz (Dual-Core, 6. Generation)
Arbeitsspeicher: 8 GB LPDDR3 Speicher
Grafikchip: Intel HD Graphics 515
Festplatte: 256 GB M.2 PCIe SSD Speicher
Bildschirm: 13,3 Zoll (33,8 cm) Displaydiagonale, Full HD Auflösung (1920×1080 Pixel), mattes Display mit InfinityEdge Rahmen, matt/reflexionsarm
Ports: 1x Fullsize USB 3.0 Typ A, 2x Thunderbolt 3 / USB 3.0 Typ C, 1x Micro HDMI, 3,5 mm Kopfhörer/Mikrofon, microSD-Kartenleser, Smartcard-Reader
Drahtloskonnektivität: Intel Dual Band Wireless-AC (a/b/g/n/ac), Bluetooth 4.2, NFC
Besonderheiten: Fingerabdruckscanner, LTE-Modul (beides optional), FIPS 140-2- und TCG-zertifiziertes TPM 2.0 (nur Windows 10)
Akku: 34 Wh, 4 Zellen
Abmessungen (HxBxT): 14,32 x 304,8 x 210,5 mm
Gewicht: 1,12 kg
Preis: rund 1900 Euro (inkl. MwSt) lt. Dell Onlineshop

Gehäuse und Verarbeitung

Das Dell Latitude 7370 ist vorbildlich verarbeitet, keinerlei Spaltmaße sind zu finden, nichts knarzt, nichts klappert beim schütteln. Der Deckel besteht aus Aluminium und macht einen stabilen Eindruck, im inneren erwartet den Nutzer eine angenehme Soft-Touchoberfläche. Leider ist der Deckel aber auch das Innere des Laptops sehr anfällig für Fingerabdrücke. Bei vielen Notebooks leider keine Besonderheit. Überraschenderweise lässt sich das Display um bis zu 180 Grad aufklappen, das Display ist jedoch in jeder Stellung angenehm fest. Ein Arbeiten im holprigen ICE oder Flugzeug ist ohne Probleme möglich.

Sowohl das Gehäuse als auch die Verarbeitung sind dem hohen Preis angemessen und stehen den den Notebooks eines kalifornischen Obst- und Computerherstellers in nichts nach. Die Dell Notebooks wirken durch den schlanken Displayrahmen sogar deutlich eleganter und moderner.

Display

Das Latitude 7370 ist mit einem Full HD und mit einem QHD+ (3200×1800 Pixel) Display verfügbar, letzteres besitzt auch Touchscreen Funktionalität.  Während das QHD+-Display durch deine höhere Pixeldichte Retina-Qualität bietet, reicht auch das Full HD Display vollkommen aus. Pixel, Schlieren oder Veschwommene Schrift sucht man auch in der Full HD Variante vergeblich. Insbesondere in Kombination mit dem kleineren m5 Prozessor ist das Full HD Display eine absolut sinnvolle Entscheidung. Ein kleiner Blick zum Schwestermodell XPS 13 mit QHD+ Display und i7 Prozessor zeigt ein knackigeres Bild und insbesondere bei der Bildbearbeitung eine etwas bessere Schärfe. Im täglichen Arbeiten mit dem Browser oder Office halten sich die Unterschiede in Grenzen. Satte Farben – wenn auch leicht farbverschoben – gute Kontraste und eine angenehme Maximalhelligkeit bieten beide Displays. Das matte Display des Latitudes ist auch draußen bei eher ungünstigen Lichtverhältnissen gut zu erkennen.

Bei einigen Dell-Notebooks – so auch hier – wird eine automatische Helligkeitsanpassung genutzt, die die Helligkeit und den Kontrast abhängig vom Bildschirminhalt anpasst. Beim Wechsel zwischen dunklen und hellen Inhalten lässt sich deutlich beobachten wie die Darstellung nachjustiert wird. In der Praxis stört das leider doch ziemlich, daher der Aufruf direkt an Dell: Bitte bietet ein Update für das Dell 7370 sowie die anderen betroffenen Notebooks an, oder verzichtet komplett auf diese Technik. Für das XPS 13 bietet Dell beispielsweise ein optionales Update an welches die automatische Helligkeitsanpassung deaktivieren lässt.

Tastatur und Trackpad

Unser Testmodell mit englischer Tastatur bietet einen relativ hohen Tastenhub mit einem angenehm harten Druckpunkt. Die Tasten reagieren präzise und ohne zu wackeln. Ein Numpad ist über die FN-Taste aktivierbar, sehr positiv im Vergleich zum Dell XPS 13 fällt auf dass Page Up/Down auf eigenen Tasten zu finden sind – beim XPS 13 werden diese über die FN-Taste aktiviert. Das Tippgefühl auf den Chiclet-Tasten ist hervorragend. Die Tastaturbeleuchtung ist zwar dimmbar, leuchtet aber in der stärkeren Stufe meiner Meinung nach zu schwach und zu ungleichmäßig. Weiter schaltet sich die Beleuchtung auch im Netzbetrieb zu schnell aus.

Das Trackpad ist angenehm groß, jedoch kleiner als am Macbook. Das multitouchfähige Trackpad gibt zum klicken nicht nach, Dell verwendet zwei abgesetzte Tasten, die leider einen etwas zu schwammigen Druckpunkt haben. Dennoch lässt sich das Trackpad im Alltag gut verwenden. In der Praxis – insbesondere beim längeren Arbeiten – war das arbeiten mit externer Bluetoothmaus jedoch etwas angenehmer.

Business Features

Das Latitude 7370 sieht sich als Business-Laptop und bietet sämtliche übliche Sicherheitsfeatures an, wie TPM 2.0, NFC, ein verlässlicher Fingerabdruckscanner sowie einen Smartcard-Reader. Lobenswert ist die 3 jährige Pro Support Garantie mit Next Business Day Vor-Ort Service, welche wir am liebsten bei jedem hochpreisigen Notebook sehen würden.

Leistung

Den Intel Core m5-6Y57 Prozessor haben wir ehrlich gesagt ziemlich unterschätzt, vor dem Test wollten den schon beinahe in Richtung „besseren Atom“ abstempeln. Weit daneben. Insbesondere die Kombination mit der meistens flotten M2.SSD und dem Arbeitsspeicher von 8 GB weiß zu Gefallen. Den täglichen, typischen Mix aus Surfen, Musik hören, Office und Outlook steckt das Ultrabook problemlos weg. Auch mit aufwendigeren Office Dokumenten. Nur in sehr wenigen Fällen, gerne wenn der Flash Player involviert ist, legt das Latitude kleinere Gedenksekunden ein, erholt sich dann aber wieder schnell. Bildbearbeitung mit Lightroom und Photoshop ist ebenfalls möglich. Hier sind die Grenzen des m5 und des kleineren Grafikchips im Vergleich zu den größeren Prozessoren der i-Reihe dann deutlicher, Lightroom belastet die CPU bei der Bildentwicklung beinahe durchgängig im oberen zweistelligen Prozentbereich, zur kleineren Bildbearbeitung unterwegs jedoch vollkommen geeignet. Sehr angenehm fällt hier wieder die Lüfterlose Ausstattung und damit deutlich ruhigere Arbeitsumgebung auf.

Im Geekbench 4 erreicht das Notebook einen CPU Score von 2836 (Single Core) bzw. 3910 (Multi Core) Punkten, der Gesamtscore (OpenCL Score) beträgt 11040 Punkte. Zum Vergleich, das kompakte Mittelklasse Surface Pro 4 (i5-6300U) erreicht CPU Scores von 3635 bzw. 7063 Punkten und 17665 Punkte im Gesamtscore. Höhere Leistung bei niedrigerem Preis.

Nicht ganz einschätzen können wir die verbaute Festplatte, die in der Praxis zwar hohe Schreib- und Lesegeschwindigkeiten bringt. Im AS SSD Benchmark jedoch teilweise Schreibraten von ca. 2 MB/s erreicht (4K-64Thrd). Unsere M2 SSD im Dell XPS 13 erreicht an der selben Stelle 278 MB/s. Interessanterweise ist das der einzige Ausreißer in unseren Benchmarks. Mit CrystalDiskMark erreicht das Dell Latitude deutlich bessere Werte, die Bestwerte im sequenziellen Lesen und Schreiben überschreiten jeweils deutlich die 1GB/s Grenze. Das Kopieren von rund 10 GB an Bildern von externer SSD auf die Festplatte geht mit runden 240 MB/s von statten.

Der Akku hält im typischen Office-Mix auf mittlerer Helligkeit rund 7 Stunden, das ist ein guter Wert. Da das Notebook passiv gekühlt wird wird das Notebook auf der Unterseite relativ warm.

Fazit zum Dell Latitude 7370

Mit dem Dell Latitude 7370 liefert Dell ein sehr gutes Notebook ab, in der Dell-Businessklasse ist das fast schon typisch. Verarbeitung und Optik wissen zu begeistert, insbesondere am Infinity Edge Display kann man sich nicht satt sehen. Auch in der Praxis liefert das Notebook genug Power für den typischen Büroalltag bei kompakten Maßen.

Die Kombination aus m5 Prozessor und dem doch recht selbstbewussten Preis von rund 1900 Euro brutto und der noch höheren UVP liefert dann den einzigen Wermutstropfen. Der Aufpreis der vergleichbaren Notebooks der XPS Reihe (ohne Sicherheitsfeatures) mit teilweise besserer Ausstattung hält sich in Grenzen, sodass Dell den ärgsten Konkurrenten im eigenen Sortiment sitzen hat.

Das Dell Latitude 7370 erhält das BusinessGadgets Testurteil „sehr gut“.