Review: Leica V-Lux (Typ 114)

Leica hat auf der Photokina letztes Jahr die Leica V-Lux (Typ 114) vorgestellt, hierbei handelt es sich um eine Bridge im High-End-Segment. Dürfte das eine flexible und/oder kompakte Alternative für unterwegs sein? Wir haben die V-Lux für Sie getestet.

Leica V-Lux Frontansicht Leica V-Lux Rückansicht

Werfen wir zunächst einen Blick auf die technischen Daten, bridge-typisch deckt die Leica V-Lux eine breite Brennweitenspanne ab. Das Leica DC Vario-Element deckt 25-400mm KB-Äquivalent ab, bei lichtstarken F2,8 bis F4 als Anfangsblende. Der verbaute 1 Zoll Sensor liefert eine Auflösung von 20 Megapixeln, auch eine Videofunktion ist enthalten, diese unterstützt sogar 4K-Aufnahmen. Der maximale ISO-Wert beträgt 12500, ist jedoch erweiterbar auf 25000. Das Gewicht incl. Akku beträgt angenehme 830g. Die vollständigen technischen Daten sind der Webseite von Leica zu entnehmen. Zu erwähnen ist, dass die inneren Werte der V-Lux weitestgehend der Panasonic Lumix DMC-FZ1000 entsprechen.

Nach der durchgestylten Leica T ist die V-Lux wieder in einem klassischeren Metallgehäuse untergebracht. Hier hat man sich wieder die Expertise von Audi Design ins Boot geholt und das Ergebnis kann sich auch wieder sehen lassen. Die Optik ist in der Leicatypischen Eleganz gehalten und auch die Verarbeitung weiß ohne Einschränkungen zu gefallen. Optisch orientiert sich die Leica V-Lux an den DSLRs. Obwohl sie objektivbedingt etwas größer ausfällt, ist die V-Lux ziemlich leicht ohne sich billig oder klapprig anzufühlen. Die Kamera lässt sich  anhand des Griffs fest greifen, insbesondere größere Hände dürften sich jedoch einen etwas größeren Griff wünschen. Der elektronische Sucher löst mit detailreichen 2,3 Megapixeln auf und ist angenehm hell. Das Arbeiten mit dem Sucher ist dabei sehr angenehm. Das 3,0 Zoll Display auf der Rückseite lässt sich um 270 Grad drehen und schwenken. Der Slot für die SDHC/SDXC Speicherkarte befindet sich mit dem Akku auf der Unterseite, leider lässt dieser nicht öffnen wenn eine Schnellwechselplatte eines Stativs montiert ist.

Auf den ersten Blick ist die V-Lux mit ihren zahlreichen Tasten eher unübersichtlich, die wichtigsten Funktionen lassen sich jedoch anhand von dezidierten Tasten direkt erreichen ohne umständlich durch Menüs navigieren zu müssen. Zahlreiche Fotografen schwören auf das Zwei-Räder-Prinzip zur blinden Änderung von Verschlusszeit und Blende. Die Leica V-Lux bietet zwar nur ein Rad, allerdings mit einer sehr schönen Umsetzung. Das Rad lässt sich „einklicken“ und so zwischen Blende und Verschlusszeit umschalten. Uns gefällt diese Umsetzung. Für ISO, Autofokusmodus und einen Makromodus gibt es einzelne Tasten, zudem gibt es vier Multifunktionstasten, welche sich frei belegen lassen. Auf der Oberseite befinden sich ein Modusdrehrad (PASM, Vollautomatik, ein Videomodus und diverse Szenen- und Kreativmodi), sowie ein Drehrad mit dem sich der Aufnahmemodus ändern lässt. Auf dem rückseitigen Display lässt sich zusätzlich zum Elektronischen Sucher ein Quick Menü anzeigen, indem diverse Aufnahmeparameter schnell und übersichtlich geändert werden können. Bei Bedarf lässt sich auch ein Livebild oder die gesamten Aufnahmeeinstellungen im Elektronischen Sucher anzeigen. Dabei bleibt das Rückdisplay dunkel.

Die V-Lux bietet 49 Autofokus-Felder, die sich vollautomatisch, in Zonen oder als Single-Spot nutzen lassen. In der Praxis fokussiert die Kamera sehr schnell und in der Regel präzise. Auch eine Trackingfunktion ist vorhanden, diese war in unseren Praxistests recht präzise.

Die wichtigste Frage dürfte jedoch die nach der Bildqualität sein. Bei niedrigen ISO-Werten leistet die V-Lux sehr gute Arbeit. Rauschen ist kein Thema, der Fokus sitzt und das Objektiv hat keinerlei Verzerrung. Bereits ab ISO 500 ist in Details ein leichtes Rauschen in der Vollansicht festzustellen, dies hält sich jedoch noch absolut in Grenzen. Bei ISO-Werten ab 1600 ist ein Rauschen in der 100% Ansicht deutlich zu sehen. Ab ISO 3200 Objektivbedingte Abbildungsfehler wie Chromatische Aberration, Farbsäume sind weder im unteren noch im oberen Brennweitenbereich ein Thema. In Anbetracht des großen Brennweitenbereichs und der hohen Lichtstärke weiß die Bildqualität zu gefallen. Nicht gefallen hat uns die minimale Blende von F/8. Bei Aufnahmen mit hoher Schärfentiefe oder Langzeitbelichtungen kann es nötig sein, die Blende so weit wie möglich zu schließen. Die Leica V-Lux erlaubt es leider nicht, die Blende weiter als F/8 zu schließen. Hier hätten wir uns mehr Möglichkeiten gewünscht.

Die Leica V-Lux bietet auch eine Videofunktion, die maximal in 4k-Auflösung filmt. 4k entspricht dabei 3840×2160 Pixeln bei 25 Bildern pro Sekunde. Full-HD mit 1920×1080 Pixeln wird mit 25 und 50 Bildern pro Sekunde unterstützt. Die Bildqualität gefällt in beiden Auflösungen, der Fokus wird bei statischen Motiven zügig nachgezogen, bei beweglichen Motiven benötigt der Fokus zwar etwas länger liegt aber noch absolut im Rahmen. Bei Schwenks ist eine leichte Verzerrung wahrzunehmen.

Fazit

Bridgekameras sind meiner Meinung nach aufgrund ihrer breiten Brennweite die idealen Kameras für den Urlaub oder dienen als Zweitkamera. Meistens war dies gegen einen kleineren Sensor abzuwägen. Bei der Leica V-Lux wird hingegen ein angenehm großer 1 Zoll Sensor angeboten. Die Kombination aus großer Brennweite und Bildqualität gefällt uns sehr. Ist die Größe Hauptkriterium gibt es kompaktere Alternativen mit APS-C Sensor und Wechselobjektiven. Mehrwert gegenüber der Panasonic Lumix DMC-FZ1000 sind eine dreijährige Herstellergarantie, eine enthaltene Adobe Lightroom Lizenz sowie ein etwas edleres Gehäuse. Unsererseits sind beide Varianten zu empfehlen.

Beispielbilder (Out of Camera)