Review: Olympus OM-D E-M1

Systemkameras sollen die Vorteile einer größeren DSLR wie eine überragende Bildqualität und flexible Objektivmöglichkeiten mit einem kompakten Gehäuse verbinden. Die OM-D Serie von Olympus mit Micro Four Thirds Sensor kombiniert modernste Technik mit einem edlen Retrodesign, dabei bildet die E-M1 unter den vier verfügbaren Modellen das Flaggschiff. Wir haben uns die Olympus OM-D E-M1 mal genauer angesehen.

Olympus OM-D E-M1Olympus OM-D E-M1

Technische Daten

Die OM-D E-M1 bietet einen Micro Four Thirds Live MOS Sensor mit einer Auflösung von 16,8 Megapixeln. Der Sensor fokussiert per Kontrast-Autofokus und Phasen-AF-Signal. Der maximale ISO Bereich beträgt 1600, ist jedoch auf 25600 erweiterbar, je nach Einstellungen sind maximal 10 Bilder pro Sekunde möglich. Die E-M1 unterstützt bis zu 81 Fokuspunkte die sich einzeln oder in Gruppen auswählen lassen. Ein Blitz der Leitzahl 5 ist nur als Aufsteckblitz enthalten. Die vollständigen technischen Daten finden Sie auf der entsprechenden Produktseite von Olympus.

Optik & Verarbeitung

Die E-M1 in einem Gehäuse aus Magnesium-Legierung untergebracht und wirkt optisch sehr elegant. Die Verarbeitung ist einwandfrei und obwohl sie für eine Systemkamera relativ groß ist, liegt die OM-D E-M1 liegt sehr gut in der Hand. Alle Tasten und Räder rasten deutlich ein und geben ein schönes haptisches Feedback. Das Gehäuse wirkt recht robust und dürfte einige Einsätze überstehen. Größentechnisch liegt der Body zwischen den sehr kompakten Sony Alphas 5×00/6000 und einer Mittelgroßen DSLR wie der Canon EOS 70D. Im Einsatz ist die E-M1 insbesondere mit dem M.Zuiko digital 25/1.8 sehr kompakt und auch nach einem längeren Einsatz sehr angenehm zu tragen.

Die OM-D E-M1 soll Berufsfotografen und ambitionierte Hobbyfotografen ansprechen, das sieht man ihr auch an. Der Body ist voll mit Tasten, Schalten und Rädern die sich individuell belegen lassen. Entsprechend sieht auch das Einstellungsmenü aus. Auf den ersten Blick übersichtlich, doch in den Untermenüs kann man sich recht schnell verlieren. Eine Einarbeitungszeit ist auf jeden Fall nötig. Sehr gut gefällt uns die Kombination aus zwei Drehrädern und einem Modusschalter. Der Modusschalter lässt zwischen zwei Positionen umschalten. In der ersten Position ändern sich per Drehräder Belichtungszeit und Blende, in der zweiten Position ISO und Weißabgleich. Ein kleines Detail das man in der Praxis nicht mehr missen möchte. Der elektronische Sucher ist hell und detailreich. Bei zügigen Bewegungen ist ein leichtes Nachziehen zu bemerken. Sowohl mit dem Sucher als auch mit dem schwenkbaren 3 Zoll Display lässt sich jederzeit angenehm arbeiten.

Während unseres Tests konnten wir die M.ZUIKO DIGITAL 25mm f/1.8 Festbrennweite (50mm KB-äquiv., ab 399€) und das Standardzoom M.ZUIKO DIGITAL ED 12-40mm f/2.8 (24-80mm KB-äquiv., ab 999€) ausprobieren. Neben dem 12-40mm Kit ist auch ein etwas günstigeres 12‑50mm f/3.5‑6.3-Kit erhältlich.

Bildqualität

Bei der E-M1 fällt der Autofokus recht positiv auf, die 81 AF-Felder reagieren relativ präzise und sehr schnell. Am unpräzisesten ist – wie bei fast allen Kameras – die Kombination aus vollautomatischer AF-Feld-Wahl und Offenblende, wählt man eine der entsprechenden Feldergruppe oder ein Einzelfeld ist der AF deutlich präziser. Bei guten und auch bei dunkleren Lichtverhältnissen fokussiert die Kamera in weniger als einer halben Sekunde. Für unsere Zwecke der People- und Travelfotografie reicht das vollkommen.

Mittlerweile gibt es Systemkameras mit Sensorgrößen von Micro Four Third (17,3 x 13 mm), APS-C (22,2 x 14 mm) bis Vollformat (36×24 mm). Die Sensorgröße ist einer von mehreren Faktoren der das Rauschverhalten und damit auch die Bildqualität bestimmt. Bei niedrigen ISO-Werten von 200 oder Low (entspricht 100) spielt Rauschen wie erwartet keine Rolle. Bei ISO 800 ist in der 100%-Ansicht insbesondere in dunklen Bereichen ein merkliches Rauschen wahrzunehmen, ab ISO 1600 sieht man auch in hellen Bereichen einen ziemlichen Detailverlust. ISO Werte ab 3200 eignen sich nur für die körnige Schwarz-Weiß-Fotografie oder den Notfall.

Objektivfehler wie beispielsweise die Chromatische Aberration oder geometrische Verzerrung spielten so gut wie keine Rolle, hier liefert die interne Bildverarbeitung in Kombination mit den hochwertigen Objektiven eine großartige Arbeit. Die Bildqualität ist daher wenn man den ISO-Bereich nicht komplett ausreizt sehr gut und abgesehen von der geringeren Auflösung sogar  ebenbürtig zu DSLRs der Mittelklasse. Der Bildstabilisator ist im Body verbaut und nutzt die Olympus-eigene 5-Achsen-Bildstabilisierung, in der Praxis leistet diese eine gute Arbeit. Scharfe Bilder gelangen aus der Hand mit bis zu einer Belichtungszeit von 1/5s.

Zum Thema Schärfentiefe sei noch eine Anmerkung gegeben. Rechnet man die Brennweiten von Micro-Four-Third, APS-C und Vollformat auf eine äquivalente Brennweite hoch, stellt man fest die kleineren Sensoren eine größere Schärfentiefe abbilden. Das heißt 25mm f/1.8 (50mm KB-äquiv.) an der E-M1 zeigen eine größere Schärfenebene als 30mm f/1.8 (48mm KB-äquiv.) bei einer Canon DSLR und damit ein geringeres Bokeh. Fotografen die auf eine Offenblende und einen weicheren Hintergrund Wert legen, müssen sich bei Kameras wie der E-M1 bspw. mit einer größeren Brennweite behelfen.

Beispielbilder

Unbearbeitete Beispielbilder in voller Auflösung

 

Videoqualität

Die E-M1 nimmt Videos in Full HD Auflösung mit 30 Vollbildern pro Sekunde auf. Für den Videomodus lassen sich auf Wunsch Blende oder Verschlusszeit vorwählen. Alternativ sind auch Programmautomatik und manuelle Belichtung möglich. Die Bildqualität ist mit einer Bitrate von 24Mbps gut, Details sind gut sichtbar. Der Fokus liegt in den meisten Fällen richtig, und wird dann auch zügig und flüssig nachgezogen. In wenigen konstrastarmen Fällen konnte die Kamera keinen Fokus finden, in diesem Falle war für mehrere Sekunden nur das typische Fokuspumpen zu sehen. Ton wird in Stereo aufgenommen, optional lassen sich Windgeräusche reduzieren. Zudem lässt sich die Aufnahmelautstärke einstellen.

Fazit

Grundsätzlich ist die Entscheidung zwischen Systemkamera oder Spiegelreflexkamera eher eine persönliche als eine technische Entscheidung. Mit den Vollformatvertretern sind nun auch alle Sensorformate vorhanden zudem passieren die interessanten technischen Entwicklungen derzeit auf dem Markt der Systemkameras.

In unserem Praxistest überzeugt die Olympus OM-D E-M1 vor allem für durch ihre sehr gute Bildqualität und den schnellen Autofokus. Qualitativ ist die OM-D E-M1 sogar mit den DSLRs vergleichbar. Leider ist die Auflösung sensorbedingt geringer. Preislich richtet sich die E-M1 an ambitionierte Fotografen, manche Alternativen mit APS-C oder Vollformatsensor liegen qualitativ und preislich auf einem vergleichbaren Niveau.