Review: Canon EOS 6D

Die Canon EOS 6D ist die kleinste Vollformat-DSLR von Canon und soll vor allem professionelle Fotografen und ambitionierte Amateure ansprechen. Wir haben uns die 6D mal genauer angesehen.

Der Body ist unter 2000 € erhältlich, Kits sind mit dem EF 24-105mm 4.0 L IS USM und dem EF 24-70mm 4.0 L IS USM Objektiv erhältlich. Wir haben die 6D mit dem 24-105mm Objektiv getestet.

Die technischen Daten in Kurzform: 20,2 Megapixel CMOS Sensor mit einer maximalen Auflösung von 5472×3648 Pixeln (3:2), 3,0“ LCD Screen (1,04 Megapixel), einem Pentaprisma Sucher, Auto-ISO 100 – 25.600, Kürzeste Belichtung 1/4000. 11 Autofokus-Felder, 97% Sucherabdeckung, Full-HD Video mit 30 Bildern pro Sekunde. Gehäusemaße 14,4x11x7,1 cm bei 755g. Als erste Canon DSLR unterstützt die 6D auch eingebaute WLAN und GPS-Funktionen. Die vollständigen Daten können der Herstellerwebseite entnommen werden.

Die Canon EOS 6D ist ordentlich verbaut und hinterlässt einen sehr wertigen Eindruck. Die vordere und hintere Gehäuseschale bestehen aus Magnesiumlegierung, die obere Gehäuseschale aus Polykarbonat, Griffe und Rückseite haben einen Gummiüberzug. Zu beachten ist jedoch, dass die 6D keinen CompactFlash-Slot bietet, sondern ausschließlich einen SD-Karten-Slot. Dieser unterstützt selbstverständlich SDHC und SDXC. Die EOS 6D nimmt leider nur Objektive mit EF Fassung auf. Aufsteiger von den dreistelligen Modellen, wie 550D oder 650D müssen daher ihren Objektivpark erneuern.

Trotz ihrer 755g liegt die Kamera trotzdem sehr gut in der Hand. Im Vergleich zur EOS 5D Mark III ist die 6D sogar fast 200g leichter. Schalter, Wählräder und Knöpfe sind solide verarbeitet und bieten einen klaren Druckpunkt. Besonders hat uns die Arretierung des Programmmodus-Wahlrads gefallen. Dieser lässt sich nicht mehr versehentlich verstellen, da vorher ein kleines Knöpfchen gedrückt werden muss. Auch bietet das Wahlrad nun einen Bewegungsradius von 360°. Die fehlende Stoppposition verhindert nun jedoch auch das blinde Umschalten in einen anderen Modus. Meiner Meinung nach, überwiegt der Vorteil des größeren Bewegungsradius jedoch im Vergleich zur blinden Bedienung. Die 6D hat auf der Oberseite eine Quick-Control-Anzeige auf dem die Bildeinstellungen angezeigt und verändert werden können. Wie bei Canon üblich, sind USB-, AV-, HDMI-mini- und Mikrofonanschlüsse durch Gummiabdeckungen geschützt. Laut Herstellerangaben, ist die 6D zudem staub- und spritzwassergeschützt. Die 6D besitzt zwar einen Blitzschuh, jedoch keinen internen Blitz. Die Bedienung der Canon hat uns sehr gut gefallen, so ist das Menü Canon-typisch in Tabs gegliedert. Oberhalb des Quick-Control-Screens befinden sich einige praktische Schnellwahltasten um den AF-Modus zu wählen, den Auslösemodus zu ändern (Einzelbild, Reihenaufnahme, Selbstauslöser), für den ISO Modus und die Messmethode zur Helligkeitsmessung. Weitere Einstellungen lassen sich durch mittels der [Q]-Taste auf dem Display ändern. Dadurch ist die 6D für die Ein-Hand-Bedienung optimiert. Mit Hilfe eines kleinen Schalters neben dem Sucher kann man zwischen Kamera und Videomodus wechseln. Darin befindet sich auch ein kleiner Auslöser, der zum einen als Aufnahmetaste für Videos dient und zum anderen in den Live-View schaltet.

Bei dem 20,2 MP Sensor handelt es um einen Sensor im Kleinbild-Format (36x24mm). Der Sensor liefert rauscharme Bilder, erst ab ISO 3200 ist ein geringes Rauschen zu sehen. Negativ ins Gewicht fällt der übereifrige DIGIC5+ Bildprozessor bei JPEGs. Diese wirken teilweise unnötig weichgezeichnet. Die RAW Aufnahmen sind auch hier der empfehlenswertere Ausgangspunkt für den Bilderworkflow, hier gibt es nichts zu beanstanden. Der Prozessor liefert insbesondere bei höheren ISO-Werten relativ rauscharme Bilder. Tagsüber, das heißt bei guten Lichtverhältnissen liefert die Kamera in Verbindung mit dem 24-105mm beinahe perfekte Bilder. Leider verwaschen Details dann doch ab einer gewissen Entfernung. Positiv fällt hingegen auf, dass Chromatische Aberration bei unseren Tests so gut wie keine Rolle spielte. Der Autofokus arbeitet solide – wenn das Motiv nicht am Rand liegt – und lässt sich auch manuell auswählen. Mit dem USM Objektiv arbeitet dieser in der Regel auch relativ schnell. Aktiviert man den Live-View Modus, arbeitet dieser dann deutlich langsamer. Einige unbearbeitete Testaufnahmen (Freihandaufnahmen) finden Sie am Ende des Artikels.

Canon EOS 6D Beispielaufnahme

Die EOS 6D nimmt Videos in FullHD-Auflösung auf. Bei Tageslicht liefert die Kamera wie erwartet eine sehr gute Bildqualität. Bei Dunkelheit ist hier ein Bildrauschen festzustellen. Die EOS 6D fokussiert zwar zuverlässig auf ein Objekt, jedoch bietet sie im Videomodus einen kontinuierlichen Autofokus. Hier ist ein manuelles Nachsteuern über die AF-ON Taste nötig, leider arbeitet der Autofokus durch den LiveView-Modus auch hier relativ gemütlich.

Das WLAN-Modul bietet die Möglichkeit die Kamera in WLAN-Netze einzubinden oder direkt mit Smartphones bzw. Tablets zu verbinden. Mit der EOS-Remote App für iOS und Android hat man die Möglichkeit, die Kamera fernzusteuern. Die 6D bietet auch GPS mit dem sich Fotos „geotaggen“ lassen. Auch die Erfassung ganzer Routen ist möglich, auch Wunsch sogar bei ausgeschalteter Kamera. Diese lassen sich dann über eine im Lieferumfang enthaltene Canon Software am PC darstellen. Zu beachten ist jedoch, dass sich die Akkulaufzeit deutlich verringert wenn diese Optionen aktiviert sind.

Canon EOS 6D Beispielaufnahme
Fazit:

Für sich betrachtet handelt es sich um eine DSLR, die vor allem in Sachen Bildqualität begeistern kann. Neben der gewohnt hochwertigen Haptik gefallen uns auch WLAN und GPS, die noch immer nicht selbstverständlich sind. Der EOS 6D fehlt leider ein schwenkbares Display, einen Luxus den man eigentlich nicht mehr missen möchte. Beim Autofokus stört uns die Anzahl der geringen Autofokus-Felder, der fehlende interne Blitz dürfte vor allem ambitionierte Amateure stören. Profis dürften hier wohl auf andere Optionen zurückgreifen. Berücksichtigt man den Preis im Vergleich zu den APS-C Konkurrenten, muss der potentielle Käufer selbst abwägen, ob ein größerer Sensor und die damit höhere Bildqualität den Aufpreis wert sind. Andererseits bekommt man mit der EOS 6D eine Vollformatkamera zu einem relativ günstigen Preis. Neben dem Body sollte man sich auch für ein lichtstarkes Objektiv entscheiden, daher hat uns das 24-105mm 4,0 L IS USM sehr gefallen, welches unsere Anforderungen erfüllt.

Testaufnahmen:

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