Review: Lowepro Pro Roller x100 AW

Fotografen, die außerhalb ihres Studios arbeiten und daher viel unterwegs sind, kennen das Problem, für unterschiedliche Einsätze werden unterschiedliche Taschen benötigt. Fotografen mit größerer Ausrüstung dürften nach einigen Einsätzen mit schmerzendem Rücken sehnsüchtig in Richtung Rollkoffer bzw. Trolley Ausschau halten. Wir haben uns den neuen Pro Roller x100 AW von Lowepro mal genauer angesehen.

 

Lowepro Pro Roller x100 AW

 

Der Pro Roller x100 AW ist der Nachfolger des x100 und hat als offensichtlichste Neuerung ein Schnellzugriffsfach für Laptops aus Neopren auf der Vorderseite. Auf das Fach kommen wir später nochmal zurück.

Der Pro Roller x100 AW hat die Außenmaße 35,5 x 22,9 x 49 cm (Breite x Tiefe x Höhe), bei einem Leergewicht von 4,6 kg (Herstellerangabe) und bietet Platz für 2 SLR-Bodys, 4-6 Objektive und Zubehör. Der Trolley wäre dabei gemäß der IATA Empfehlung von (56x45x25cm) Handgepäcktauglich, leider sieht die Praxis etwas anders aus (z.B. Lufthansa 55x40x23 cm, Airberlin und Ryanair 55x40x20 cm). In diesem Fall offenbart sich ein in der Theorie praktisches Feature des Trolleys. Ein integrierter Rucksack (Reserve Pack genannt) lässt sich aus der Hartschale entnehmen und so an Bord nehmen. Den Koffer könnte man mit dem persönlichen Gepäck füllen und dann aufgeben. In der Praxis ist der integrierte Rucksack aufgrund eines dicken Polsters am Rücken eher unangenehm zu tragen, zudem sind die verbauten Gurte recht dünn und wirken auf Dauer daher nicht sonderlich vertrauenswürdig. Außen, an der Seite bietet der Pro Roller x100 AW abnehmbare Schlaufen an denen sich ein Stativ befestigen lässt. Der Koffer bietet eine ordentliche Verarbeitung und sollte einige Reisen mitnehmen können. Die Hartschale dürfte kleine, alltägliche Stöße dämpfen können. Enthalten ist für alle Fälle ein Regencape. Der Teleskopgriff wirkt zwar zierlich und wackelt ein wenig, erfüllt seine Aufgabe jedoch anstandslos. Die Räder sind hochwertig und lassen sich bei Bedarf austauschen. Am Hauptfach befindet sich ein praktisches TSA-Schloss.

Außen befinden sich zwei Taschen, das zuvor erwähnte Schnellzugriffsfach bietet entlang der Höhe ausreichend Platz für ein 15 Zoll Notebook, bei unserem Test war jedoch mit einem 13 Zoll Ultrabook bereits die Grenze erreicht. Negativ fällt jedoch auf, dass sich das Schnellzugriffsfach nicht verschließen lässt und der Inhalt nur durch die Neoprenlippe gegen Wetter und Zugriff von außen geschützt ist. Für wertvolle Laptops mit sensiblen Daten ein absolutes No-Go. Vor dieser Tasche befindet sich eine kleine Tasche mit 12 cm Höhe – die durch zwei Reisverschlüsse geschützt ist – in der kleinere persönliche Sachen ihren Platz finden, positiv fällt auf, dass hier ein 7“ Tablet Platz findet.

Innen fallen das gepolsterte Futter und die stabilen Trennwände positiv auf. Die Trennwände lassen sich wie bei Fototaschen üblich umsetzen und so individuell anpassen. In unserer Konfiguration passten eine mittelgroße SLR mit Batteriegriff (ohne Objektiv), zwei Kompaktblitze, vier Objektive (drei Festbrennweiten, ein Zoomobjektiv) und die Zubehörtasche ohne Probleme in den Trolley. Schade ist jedoch, dass der Koffer im beladenen Zustand aufgrund einer ungünstigen Schwerpunktverteilung gerne nach vorne kippt.

Fazit

Mit dem Lowepro Pro Roller x100 AW findet man einen soliden Trolley mit kleinen Schwächen. Aufgrund der Maße und der offenen Vordertasche ist der Trolley als Handgepäckstück bzw. im Flugeinsatz eher ungeeignet, für andere Einsätze ist der Trolley deutlich geeigneter. Insbesondere die doppelte Polsterung innen und durch das Hardcase außen vermittelt Vertrauen. Die Rucksackfunktion würden wir nur als letzten Ausweg im Notfall empfehlen. Wir können den Lowepro Pro Roller x100 AW als Trolley daher empfehlen.